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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
140
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Buch der Lieder.

9.

Meeresstille.

Meeresstille! Ihre StrahlenWirft die Sonne auf das Wasser,

Und im wogenden GeschmeideZieht das Schiff die grünen Furchen.

Bei dem Steuer liegt der BootsmannAns dem Bauch, und schnarchet leise.Bei dem Mastbanm, segelflickcnd,

Kauert der beteerte Schiffsjung'.

Hinterm Schmutze seiner WangenSprüht es rot, wehmütig zuckt esUni das breite Maul, und schmerzlichSchann die großen, schonen Augen.

Denn der Kapitän steht vor ihm,

Tobt und flucht und schilt ihn:Spitzbnb',Spitzbub'! einen Hering hast duAus der Tonne mir gestohlen!"

Meeresstille! Aus den WellenTaucht hervor ein kluges Fischlcin,

Wärmt das Köpfchen an der Sonne,Plätschert lustig mit dem Schwänzchen.

Doch die Möwe, aus den Lüften,

Schießt herunter auf das Fischlein,

Und den raschen Raub im SchnabelSchwingt sie sich hinauf ins Blaue.

10.

Secgcspcnst.

Ich aber lag am Rande des Schiffes,Und schaute, träumenden Auges,

Hinab in das spiegelklare Wasser,Und schaute tiefer und tiefer

Bis tief im Meeresgrunde,

Anfangs wie dämmernde Nebel,

Jedoch allmählich farbenbcstimmter,Kirchenkuppel und Türme sich zeigten,Und endlich, sonnenklar, eine ganze Stadt,Altertümlich niederländisch,Und mcnschenbclcbt.

Bedächtige Männer, schwarzbemäntelt,