Die Heimkehr.
Die Eiche säuselte wie Sterbescufzer,
Tiefschmerzlich sang die Nachtigall herab.
Dach rote Lichter drangen durch die Blätter,Umfliimncrten Marias weißes Antlitz,
Und lockten Glut aus ihren starren Augen,
Und mit der alten, süßen Stimme sprach sie:„Wie wußtest du, daß ich so elend bin?
Ich las es jüngst in deinen wilden Liedern."
Eiskalt durchzog's mir da die Brust, mir grausteOb meinem eignen Wahnsinn, der die ZukunftGeschaut, es zuckte dunkel durch mein Hirn,
Und vor Entsetzen bin ich aufgewacht.
Donna Clara.
In dem abendlichen GartenWandelt des Alkaden Tochter;
Pauken und DrommetenjnbelKlingt herunter von dem Schlosse.
„Lästig werden mir die TänzeUnd die süßen Schmeichelworte,
Und die Ritter, die so zierlichMich vergleichen mit der Sonne.
„Uberlästig wird mir alles,
Seit ich sah beim Strahl des MondesJenen Ritter, dessen LauteNächtens mich ans Fenster lockte.
„Wie er stand so schlank und mutig,Und die Augen leuchtend schössenAus dem edelblassen Antlitz,
Glich er wahrlich Sankt Georgen."
Also dachte Donna Clara,
Und sie schaute auf den Boden;
Wie sie aufblickt, steht der schöne,Unbekannte Ritter vor ihr.
Händedrückend, liebeflüsterndWandeln sie umher im Mondschein,Und der Zephyr schmeichelt freundlich,Märchcnartig grüßen Rosen.
Märchenartig grüßen Rosen,
Und sie glühn wie Liebesboten. —
Aber sage mir, Geliebte,
Warum du so plötzlich rot wirst?einc'z Werke. I. Bd. 8