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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
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110
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110 Buch der Lieder.

Und seh', wie deine Wunde klaffend aufreißt,

Und wild hervorströmt Flamm' und Ranch und Blut.

Ich sehe deine trop'gen Riesensöhne,

Uralte Brut, aus dunkeln Schlünden steigend

Und rote Fackeln in den Händen schwingend;

Sie legen ihre Eisenleiter an

Und stürmen wild hinauf zur Himmelsfeste;

Und schwarze Zwerge klettern nach, und knisternd

Zerstieben droben alle goldnen Sterne.

Mit frecher Hand reißt man den goldnen Vorhang

Vom Zelte Gottes, heulend stürzen nieder

Anss Angesicht die frommen Engelscharen.

Ans seinem Throne sitzt der bleiche Gott,

Reißt sich vom Haupt die Krön', zerrauft sein Haar

Und näher dringt heran die wilde Rotte.

Die Riesen werfen ihre roten Fackeln

Ins weite Himmelreich, die Zwerge schlagen

Mit Flammengeißeln ans der Englein Rücken

Die winden sich und krümmen sich vor Qualen,

Und werden bei den Haaren fortgeschleudert.

Und meinen eignen Engel seh' ich dort,

Mit seinen blonden Locken, süßen Zügen,

Und mit der ew'gen Liebe um den Mund,

Und mit der Seligkeit im blauen Auge

Und ein entsetzlich häßlich schwarzer Kobold

Reißt ihn vom Boden, meinen bleichen Engel,

Beängelt grinsend seine edlen Glieder,

Umschlingt ihn fest mit zärtlicher Umschlingung

Und gellend dröhnt ein Schrei durchs ganze Weltall,

Die Säulen brechen, Erd' und Himmel stürzen

Zusammen, und es herrscht die alte Nacht.

Rntcliff.

Der Traumgott brachte mich in eine Landschaft,Wo Trauerweiden mirWillkommen" winktenMit ihren langen, grünen Armen, wo die BlumenMit klugen Schwesteraugen still mich ansahn,Wo mir vertraulich klang der Vögel Zwitschern,Wo gar der Hunde Bellen mir bekannt schien,Und Stimmen und Gestalten mich begrüßtenWie einen alten Freund, und wo doch allesSo fremd mir schien, so wunderseltsam fremd.Vor einem ländlich schmucken Hanse stand ich;