Dic Heimkehr.
Da erblick' ich sie am Fenster,
Und sie winkt und kichert hell.
Könnt' ich wissen, du bewohntest,
Mädchen, solches Pracht-Hotel!
73,
Wie dunkle Träume stehenDic Häuser in langer Reih';
Tief eingehüllt im MantelSchreite ich schweigend vorbei.
Der Turm der KathedraleVerkündet die zwölfte Stund';
Mit ihren Reizen und KüssenErwartet mich Liebchen jetzund.
Der Mond ist mein Begleiter,
Er leuchtet mir freundlich vor;
Da bin ich an ihrem Hanse,
Und freudig ruf' ich empor:
„Ich danke dir, alter Vertrauter,
Daß du meinen Weg erhellt;
Jetzt will ich dich entlassen,
Jetzt leuchte der übrigen Welt!
„Und findest du einen Verliebten,Der einsam klagt sein Leid,
So tröst' ihn, wie du mich selberGetröstet in alter Zeit."
74.
Und bist du erst mein ehlich Weib,
Dann bist du zu beneiden,
Dann lebst du in lauter Zeitvertreib,In lauter Pläsir und Freuden.
Und wenn du schiltst und wenn du tobst,Ich werd' es geduldig leiden;
Doch wenn du meine Verse nicht lobst,Laß' ich mich von dir scheiden.
7S.
An deine schneeweiße SchulterHab' ich mein Haupt gelehnt,Und heimlich kann ich behorchen,Wonach dein Herz sich sehnt.