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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
73
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Lyrisches Intermezzo.

Mein Lieb, ich kann nicht aufstchn,Noch blutet's immerfort,

Wo du ins Herz mich stachestMit einem spitz'gen Wort.

Ganz leise leg' ich, Heinrich,Dir meine Hand aufs Herz;

Dann wird es nicht mehr bluten,Geheilt ist all sein Schmerz."

Mein Lieb, ich kann nicht anfstchn,Es blutet auch mein Haupt;

Hab' ja hineingcschosscn,

Als du mir wurdest geraubt.

Mit meinen Locken, Heinrich,Stopf' ich des Hauptes Wund',Und dräng' zurück den BlutstromUnd mache dein Haupt gesund."

Es bat so sanft, so lieblich,Ich könnt' nicht widerstehn;

Ich wollte mich erhebenUnd zu der Liebsten gehn.

Da brachen auf die Wunden,Da stürzt' mit wilder MachtAus Kopf und Brust der Blutstrom,Und sieh! ich bin erwacht.

65.

Die alten, bösen Lieder,Die Träume schlimm und arg,Die laßt uns jetzt begraben;

Holt einen großen Sarg.

Hinein leg' ich gar manches,Doch sag' ich noch nicht, was;Der Sarg muß sein noch größer,Wie'S Heidelberger Faß.

Und holt eine Totenbahre,Von Brettern fest und dick;

Auch muß sie sein noch länger,Als wie zu Mainz die Brink'.

Und holt mir auch zwölf Riesen,Die müssen noch stärker sein