Lyrisches Intermezzo.
Mein Lieb, ich kann nicht aufstchn,Noch blutet's immerfort,
Wo du ins Herz mich stachestMit einem spitz'gen Wort.
„Ganz leise leg' ich, Heinrich,Dir meine Hand aufs Herz;
Dann wird es nicht mehr bluten,Geheilt ist all sein Schmerz."
Mein Lieb, ich kann nicht anfstchn,Es blutet auch mein Haupt;
Hab' ja hineingcschosscn,
Als du mir wurdest geraubt.
„Mit meinen Locken, Heinrich,Stopf' ich des Hauptes Wund',Und dräng' zurück den BlutstromUnd mache dein Haupt gesund."
Es bat so sanft, so lieblich,Ich könnt' nicht widerstehn;
Ich wollte mich erhebenUnd zu der Liebsten gehn.
Da brachen auf die Wunden,Da stürzt' mit wilder MachtAus Kopf und Brust der Blutstrom,Und sieh! — ich bin erwacht.
65.
Die alten, bösen Lieder,Die Träume schlimm und arg,Die laßt uns jetzt begraben;
Holt einen großen Sarg.
Hinein leg' ich gar manches,Doch sag' ich noch nicht, was;Der Sarg muß sein noch größer,Wie'S Heidelberger Faß.
Und holt eine Totenbahre,Von Brettern fest und dick;
Auch muß sie sein noch länger,Als wie zu Mainz die Brink'.
Und holt mir auch zwölf Riesen,Die müssen noch stärker sein