Junge Leiden.
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Ein Traum war über mich gekommen;Mir war, als sei ich noch ein Aind,Und säße still beim LämpchcnscheineIn Muttcrs frommem Kämmerleine,Und läse Märchen, wnnderfeine,
Derweilen draußen Nacht und Wind.
Die Märchen fangen an zu leben,Die Ritter steigen aus der Gruft;Bei Roncesvalles, da giebt's ein Streiten,Da kommt Herr Roland herznreiten,
Biel kühne Degen ihn begleiten,
Auch leider Ganelvn, der Schuft.
Durch den wird Roland schlimm gebettet,Er schwimmt in Blut, und atmet kaum;Kaum mochte fern sein JagdhornzeichenDas Ohr des großen Karls erreichen,Da muß der Ritter schon erbleichen —Und mit ihm stirbt zugleich mein Traum.
DaS war ein lantverworrnes Schallen,Das mich ans meinen Träumen rief.Verklungen war jetzt die Legende,
Die Leute schlugen in die HändeUnd riefen „Bravo!" ohne Ende;Die Sängerin verneigt sich tief.
17.
Das Lied von den Dukaten.
Meine güldenen Dukaten,
Sagt, Ivo seid ihr hingeraten?
Seid ihr bei den güldnen Fischlein,Die im Bache froh und inunterTauchen auf und tauchen unter?
Seid ihr bei den güldnen Blümlein,Die ans lieblich grüner AueFunkeln hell im Morgentaue?
Seid ihr bei den güldnen Vöglein,Die da schweifen glanznmwobenIn den blauen Lüften oben?
Seid ihr bei den güldnen Sternlcin,Die im lcnchtenden GewimmelLächeln jede Nacht am Himmel?