2g Buch der Licder.
„Dn flucht' ich den Weibern und roichen Halunken,Und mischte mir Tenfelskrant in den Wein,
Und Hab' mit dem Tode Schmollis getrunken,Der sprach: .Fiducit, ich heiße Freund Hein!'"
Da lachten die Geister im lustigen Chor;
Einen Strick um den Hals, trat ein fünfter hervor:
„Es prunkte und prahlte der Graf beim WeinMit dem Töchterchen sein und dem Edelgestcin.Was schert mich, du Gräflcin, dein Edelgestcin?Mir mundet weit besser dein Töchterleiu.
„Sie lagen wohl bcid' unter Riegel und Schloß,Und der Graf bcsvld'te viel Diencrtroß.
Was scheren mich Diener und Riegel und Schloß? --Ich stieg getrost auf die Leitersprvss'.
„An Liebchens Fensterlcin klettr' ich getrost,
Da hör' ich eS unten fluchen erbost:
,Fein sachte, mein Bübchen, muß auch dabei sein,Ich liebe ja auch das Edelgcstein.'
„So spöttelt der Graf und erfaßt mich gar,Und jauchzend umringt mich die Dienerschar.,Zum Teufel, Gesindel! ich bin ja kein Dieb;Ich wollte nur stehlen mein trautes Lieb!'
„Da half kein Gerede, da half kein Rat,
Da machte man hurtig die Stricke parat;
Wie die Sonne kam, da wuudert' sie sich,
Am hellen Galgen fand sie mich."
Da lachten die Geister im lustigen Chor;
Den Kopf in der Hand, trat ein sechster hervor:
„Zum Weidwcrk trieb mich Liebcsharm;
Ich schlich umher, die Büchs' im Arm.
Da schnarret's hohl vom Baum herab,
Der Nabe rief: ,Kopf — ab! Kopf — ab!'
„O, spürt' ich doch ein Täubchen aus,
Ich brächt' es meinem Lieb nach HauS!
So dacht' ich, und in Busch und StrauchSpäht rings umher mein Jägeraug'.
„Was koset dort? was schnäbelt fein?
Zwei Turteltäubchen mögen's sein.
Ich schleich' herbei, — den Hahn gespannt, —
Sieh da! mein eignes Lieb ich fand.