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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
14
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Buch der Lieder.

Da staunt mich an gar scltsamlich,So lieb, so weh und inniglich,

Und sprach zn mir die schöne Maid:O, gieb mir deine Seligkeit!"

Mein Leben süß, mein junges Blnt,Gab' ich mit Freud' und wohlgemutFür dich, o Mädchen, engclgleich,

Doch nimmermehr das Himmelreich."

Wohl braust hervor mein rascheS Wort,Doch blühet schöner immerfort,

Und immer spricht die schöne Maid'

O, gieb mir deine Seligkeit!"

Dumpf dröhnt dies Wort mir inS Gehör,Und schlendert mir ein GlntenmserWohl in der Seele tiefsten Raum,

Ich atme schwer, ich atme kaum.

Das waren weiße Engelcin,

Umglänzt von goldnem Glorienschein;Nun aber stürmte wild heraufEin gräulich schwarzer Koboldhauf.

Die rangen mit den Engelein,Und drängten fort die Engelein;

Und endlich auch die schwarze ScharIn Nebelduft zerronnen war.

Ich aber wollt' in Lust vcrgehn,

Ich hielt im Arm mein Liebchen schön;Sie schmiegt sich an mich wie ein Reh,

Doch weint sie auch mit bitterm Weh.

Feins Liebchen weint; ich weiß warum,Und küss' ihr Rosenmündlcin stummO still', feins Lieb, die Thräncnflnt,

Ergieb dich meiner Liebesglnt!

Ergieb dich meiner LiebeSglul"Da plötzlich starrt zu Eis mein Blut;

Laut bebet ans der Erde Grund,

Und öffnet gähnend sich ein Schlund.

Und aus dem schwarzen Schlünde steigtDie schwarze Schar; feinS Lieb erbleicht!Ans meinen Armen schwand feins Lieb:Ich ganz allcine stehen blieb.