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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
13
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Junge Leiden.

DaS war mein Liebchen wmmcsam,Ein fremder Mann war Bräutigam;

Dicht hinterm Ehrenstnhl der Braut,

Da blieb ich stehn, gab keinen Laut.

Es rauscht Musik, gar still stand ich;Der Freudenlärm betrübte mich.

Die Braut, sie blickt so hochbeglückt,Der Bränt'gam ihre Hände drückt.

Der Bräutigam füllt den Becher seinUnd trinkt daraus und reicht gar feinDer Braut ihn hin; sie lächelt Dank,O weh! mein rotes Blut sie trank.

Die Braut ein hübsches Apflein nahm,lind reicht es hin dem Bräutigam.

Der nahm sein Messer, schnitt hinein,O weh! das war das Herze mein.

Sie äugeln süß, sie äugeln lang,Der Bränt'gam kühn die Braut umschlang,lind küßt sie auf die Wangen rot,

O weh! mich küßt der kalte Tod.

Wie Blei lag meine Znng' im Mund,Daß ich kein Wvrtlein sprechen kunnt',Da rauscht' es auf, der Tanz begann;Das schmucke Brautpaar tanzt voran.

lind wie ich stand so lcichcnsinmm,Die Tänzer schweben flink herum;Ein leises Wort der Bränt'gam spricht,Die Braut wird rot, doch zürnt sie nicht.

k.

Im süßen Traum, bei stiller Nacht,Da kam zu mir mit Zanbcrmacht,Mit Zanbcrmacht, die Liebste mein,Sie kam zu mir ins Kämmerlein.

Ich schau' sie an, das holde Bild!Ich schau' sie an, sie lächelt mild,lind lächelt, bis das Herz mir schwoll,lind stürmisch kühn das Wort entquollt

Nimm hin, nimm alles, waS ich Hab',Mein LiebsteS tret' ich gern dir ab,

Dürft' ich dafür dein Buhle sein,Bon Mitternacht bis Hahnenschrcin."