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1 (1900) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
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154
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154 Biographic.

graphie: die Züge sind halb verwischt und kaum noch die Hinrisse derGestalt sind aus dem fahlen Aschgrau heranszuerkcnnen.

Inzwischen wurde es immer einsamer um den Sterbenden, jeweitere Fortschritte die Krankheit machte, die langsam aber sichervon Organ zu Organ sich verbreitet hatte. Zu Beginn des Jahres1856 ließ sich das nahe Ende deS Dichters mit Bestimmtheit vor-hersagen. Die Krampfanfülle wiederholten sich immer mehr undselbst das Morphium versagte seine Dienste. Eines Tages kam FrauJaubert in der Vormittagsstunde zu ihm. In dem ersten Zimmerwar kein Mensch und die Thür zum Krankenzimmer stand offen.Man hatte gerade sein Bett gemacht und eine der Wärterinnen trugihn auf dem Arme von der Chaiselongue auf die Matratze. SeinKörper, der durch die Enlkräftung vermindert erschien, sah auS wieder eines Kindes von zehn Jahren. Seine Füße hingen leblosherab und waren so verdreht, daß die Hacken sich da befanden, woder Spann hätte sein sollen. Es war ein entsetzliches Schauspiel!Das letzte Mal sah Frau Jaubert Heine am 13. Februar desselbenJahres; er unterhielt sich mit ihr wie gewöhnlich, aber das Gesprächhatte doch einen vorwiegend religiösen Ton. Wiederholt citiertc erein Won von La Bruqsre über den Tod. Als sie Abschied nahmund ihm die Hand reichte, hielt er diese einige Zeit fest und sagtedann:Bleiben Sie nicht zu lange aus, meine Freundin, es wäreunvorsichtig." Am nächsten Tage besuchte ihn auch die Mouche zumletzten Male.Schiebe deinen Hut etwas zurück, damit ich dich bessersehen kann," sagte er beim Abschiede mit einer liebkosenden Gebärde.Und dann rief er ihr noch angstvoll zitternd nach:Auf morgen,hörst du? Nicht ausbleiben!"

In der folgenden Nacht stellten sich häufige Ohnmächten, Krämpfeund starkes Erbrechen ein und es ward bald für niemand mehrzweifelhaft, daß Heine diesmal unterliegen müsse. Am nächsten Tagearbeitete er noch etwa vier Stunden bei vollem Bewußtsein und setzteauch den ersten Paragraphen eines neuen Testaments auf. DieWärterin, Katharina Bourlois, bat ihn flehentlich, sich Ruhe zugönnen, er aber wieS sie mit den Worten ab:Ich habe nur mehrvier Tage Arbeit, dann ist mein Werk vollendet." Ja selbst derWitz verließ ihn auch im letzten Stadium der Krankheit nicht. EinemFreunde, der ihn besorgt fragte, wie er mit Gott stehe, erwiderte erlächelnd:Seien Sie ruhig! Üisu ins purckonnsru, o'ssi son rnslüsrUSo kam der Sonnabend heran, an welchem sich das Übel immer mehrverschlimmerte. Der Arzt trat ein und Heine fragte ihn, ob ersterben würde, vr. Gruby glaubte ihm die Wahrheit nicht verhehlenzu dürfen und der Kranke hörte dieselbe mit voller Ruhe an. DieSchwäche nahm immer zu. Nachmittags zwischen vier und fünfUhr flüsterte er dreimal das Wort:Schreiben," dann rief er: