Druckschrift 
Das Haus Gerold in Wien 1775-1925
Entstehung
Seite
56
Einzelbild herunterladen
 

Mit großem Eifer ging Hitschmaun an diese Aufgabe. Schon wenige (Monate späterkonnte das Blatt wöchentlich erscheinen, nahm den TitelWiener LandwirtschaftlicheZeitung" an und Ende 1869 übergab der leitende Ausschuß der Gesellschaft sie (vgl.S. 60) und die 1868 ebenfalls von der Gesellschaft gegründete ZeitschristDer praktischeLandwirt" in das Eigentum Hitschmanns, da die führenden Männer überzeugt waren,daß die beiden Blätter nurunter einer einheitlichen und unabhängigen Leitung nutz-bringend wirken könnten".

Hugo H. Hitschmann (Porträt aus S. 57) wurde in der Folgeder Begründerdes modernen land- und forstwirtschaftlichen Zeitungswesens in Österreich und mit seinenSchöpfungen auch für Deutschland vorbildlich" (Land-Lexikon, III. Bd., S. 507). Errief neben derWiener Landwirtschaftlichen Zeitung" und demPraktischen Land-wirt", die er bedeutend ausgestaltete, eine ganze Reihe landwirtschaftlicher Fach-blätter ins Leben, so 1878 denÖkonom", i88z dieÖsterreichische Forst- und Iagd-zeitung", 1884 dieAllgemeine Weinzeitnng". Er gliederte seinen Zeitungen aber aucheinen landwirtschaftlichen Selbstverlag an, in welchem dasArchiv für Landwirtschaft"erschien, eine Sammlung zeitgemäßer, sachlicher Schriften aus allen Gebieten der Land-wirtschaft, die großen Anklang und laute Anerkennung fand.

Durch seine bahnbrechenden Gründungen im land- und forstwirtschaftlichen Zeitungs-wesen, durch eine Unzahl im Dienste der heimischen Land- und Forstwirtschaft unternommenerAktionen und durchgefochtener Kämpfe hatte stch Hitschmann außerordentliche Verdiensteerworben, so daß, als er vielfach gefeiert und ausgezeichnet am 17. April 1904 inWien starb, kein Geringerer als der hochgeschätzte spätere Unterrichtsminister Gustav(Marchet ihm ins Grab nachrufen konnte:Hitschmann war ein Gentleman und eineminenter Arbeiter aus seinem Gebiet, dessen Andenken hochgehalten werden und in seinenSchöpfungen fortleben wird" (Wiener Landwirtschaftliche Zeitung" Nr. ZZ, 1904)-

Am i.Iuli 190Z waren Hugo H. Hitschmanns Söhne Robert (geb. 28. Nov. 1867)und Hugo Hitschmann (geb. 1^. April 1878), nachdem sie seit längerer Zeit schon in demväterlichen Unternehmen tätig gewesen, als Miteigentümer in dasselbe ausgenommenworden. Sie traten nun an seine Spitze und führten es im Geiste ihres unvergeßlichenVaters und (Meisters fort. Stets haben sie sich den Fanstschen Spruch vor Augen gehalten,daß man das von seinen Vätern Ererbte erwerben müsse, um es zu besitzen. Glücklicherweiseblieb ihnen das Weh erspart, das zwischen Ererben und Erwerben liegt, sie verstanden es vor-trefflich, die Gründung ihres Vaters weiterzuentwickeln und von Stufe zu Stufe zu heben.

Hugo H. Hitschmann war auch als Eigentümer der von derLandwirtschasts-Gesellschastgegründeten Blätter in das geschäftliche Verhältnis dieser zur Össizin Gerold getreten.

56