Vierteljahrsschrist für deutsche Altertumskunde (i8^ll) und die „österreichische Revue"(i86z—1867) ein wahres Lluellenwerk.
Gleichzeitig mit der Entwicklung des Schulwesens in Osterreich richtete die Verlags-handlung ihre besondere Aufmerksamkeit und Tätigkeit ans die Herstellung von Lehr-und Schulbüchern für die Gymnasien und Realschulen; auch wurden die technischenFächer, die Militärwissenschast sowie die landwirtschaftliche Literatur sorgfältig gepflegt;im Jahre 1862 wurde der gesamte Verlag von Tendier 6c Co. in Wien übernommen.
Das Verlagsgeschäst wurde aus der Weltausstellung in London 1862, auf derlandwirtschaftlichen Ausstellung in Wien 1866 und aus der Pariser Ausstellung 1867ausgezeichnet. Bei der Weltausstellung in Wien 187z war Friedrich Gerold Juror.
Durch den großen Umfang der Verlagsunternehmungen und den Ausschwung, welchendie Druckerei genommen hatte, vollauf in Anspruch genommen, entschlossen stch die beidenBrüder Gerold im Jahre 1867, das Sortimentsgeschäft ihren vieljährigcn treuen Mit-arbeitern TheodorDemuth undHugoPauli abzutreten. Bei der Übernahme machten diebeiden Erwerber der Sortimentshandlung am Stephansplatz den Wunsch geltend, denaltbewährten Namen fortführen zu dürfen, und nahmen, mit ausdrücklicher Zustimmungder Namensträger, seit dem 1. Jänner 1867 die Firma Gerold 6c Co. an. Den neuenBesttzern und ihren Nachfolgern ist es bis heute gelungen, das, was sie als eine Ehrenausgabebetrachteten, auch auszuführen, nämlich: der Geroldschen Tradition getreu, aus gleichsolider Basts den alten Ruf und die ausgedehnten Verbindungen des Geschäftes mitunermüdeter Arbeit aufrechtzuerhalten.
Friedrich und insbesondere INoriz Gerold waren aber auch außerhalb ihrer Geschästs-sphäre überaus tätig. Beide hatten Sinn und Verstand für das öffentliche Wohl undspeziell für eine wirkungsvolle Vertretung der Interessen ihres Standes, wobei ste mitRecht stch sagen konnten: „noblesse odliß's".
Friedrich Gerold war wiederholt in Ausschüssen des Börsenvereines in Leipzig tätig,von 1874 bis 1882 Vorsteher der Wiener Buch- und Kunsthändler-Korporation undüber 25 Jahre — bis zu seinem Tod — Gemeindcrat der Stadt Wien. Er war seit 1841mit der schönen und reizvollen Anna Edlen von Hubert vermählt — von der es heißt, daßihr Schwager Moriz zuerst um ste freien wollte, mit Rücksicht aus die Gefühle des Brudersaber zurücktrat—, die ihm zwei Söhne schenkte: Friedrich, seinen späteren Nachfolger, geb.1842 und Viktor, der noch als Kind starb.
Moriz Gerold war eigentlich nach außen die Verkörperung des Hauses und wurdezweifellos jener, der demselben in der dritten Generation die gesellschaftliche und fast kannman sagen kulturhistorische Bedeutung verschaffte. Er hatte eine Tochter Thüringens, RosaHenneberg, (Porträt aus S. Zg) aus dem kleinen alten Städtchen Waltershausen,
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