Carl Gerold wurde auf dem alten Dornbacher Friedhof begraben und bei Auslassungdesselben auf den neuen Dornbacher Friedhof übertragen. Seine Gebeine ruhen nundort unter dem ursprünglichen einfachen Grabstein, den ein mächtiger Efeu umschlingt,vereint mit denen feiner Gattin, feiner Tochter (Anna, vermählte Favarger) und einesfeiner Enkel.
Im Fahre 184z hatte Carl Gerold feine beiden Söhne Friedrich (geb. 13. April 1813)und Moriz (geb. 21. November 1815) in fein Geschäft, den älteren als stillen, den jüngerenaber als öffentlichen Gesellschafter, aufgenommen, weshalb die Firma am 1. Juni 1843in „Carl Gerold und Sohn" umgeändert wurde. Von den beiden jungen Leuten, diefch leiblich ihr ganzes Leben hindurch sehr ähnlich sahen, scheint der jüngere der weitausbefähigtere gewesen zu fein; jedenfalls galt er dafür.
Moriz Gerold (Porträt auf S. 38) war ursprünglich zur technischen Laufbahnbestimmt und besuchte längere Zeit das Polytechnische Institut. Da aber das ausgebreiteteGeschäft des Vaters junger Kräfte bedurfte, so widmete er sich dem Buchhandel. Erabsolvierte seine Lehrzeit in der weltbekannten Firma F. A. Brockhans in Leipzig,konditionierte dann bei Iügel in Frankfurt am Main, Trenttel 6c Würz in Paris,Black 6c Armstrong in London.
Schon 1848 wurde Mioriz bei der Gründung derKurandafchen „Ostdeutschen Post"ein Teil der redaktionellen und typographischen Leitung übertragen. Fachschriften hebenhervor, daß die „Ostdeutsche Post" bei ihrem ersten Erscheinen durch ihre außergewöhnlichelegante und zweckmäßige typographische Ausstattung Aussehen erregte.
Friedrich Gerold (Porträt ans S. 4<H hatte von Beginn an den Buchhandelerlernt. Er war laut Lehrlingsprotokoll der Wiener Korporation vom 1. Jänner 1834bis Ende 1837 bei seinem Vater in der Lehre und bildete ßch dann in der HermannschenBuchhandlung in Frankfurt am Main, bei Muquardt in Brüssel, später in London undParis weiter aus. Ans der Fremde zurückgekehrt, wurde er, wie oben schon erwähnt, Leiterder Geroldschen Leihbibliothek.
Beide Brüder waren somit ihrer Ausbildung nach in erster Linie Buchhändler. Trotzdes großen Interesses, das insbesondere Moriz Gerold der väterlichen Buchdruckernentgegenbrachte, muß doch konstatiert werden, daß, während der Gründer des Hausesin erster Linie Buchdrucker, Carl gleicherweise Buchdrucker und Verleger gewesen, dieVertreter der dritten Generation sich vor allem als Buchhändler fühlten und die Druckereibewährten Mitarbeitern anvertrauten.
Zu Ostern 1849 überließ Carl Gerold die Leitung der Geschäfte nahezu ganz denbeiden Söhnen. Als er aber starb, wurde zuerst seine Witwe Franziska Trägerin desBesugnisses, das sie anfangs 1833 an Moriz Gerold übertrug; daraus erklärt sich