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Das Haus Gerold in Wien 1775-1925
Entstehung
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Jahrzehnte hinaus als das bedeutendste im gesamten deutschen Buchhandel galt. Groß istdie Zahl namhafter deutscher Buchhändler, die in diesen Räumen ßch zur Übernahmeeigener Firmen vorbereiteten. Wir nennen hier Schwelschke, Rndols Besser, Engelmann,Chr. Winter, Appleton, C. Fr. Fleischer, Dalp, Thiencmann, Alfred Mauke, fernerdie Österreicher Fournier, Jasper, Tempsky, Braumüller, Seidel, Prandel, Ebenhöch,Emmerling n. a.

Noch sei erwähnt, daß Carl Gerold 1842 mit der Witwe nach dem WienerBuchhändler Armbruster, einer Schwester Moriz von Schwunds, eine Leihbibliothekgründete, deren Führung er seinem Sohn Friedrich übergab. Sie wurde später an DoktorRockenstein verkaust und existiert heute noch unter der Firma Dostal, Ehrenbergs Nach-folger. Auch betrieb Gerold einen ausgebreiteten Kommissionsbuchhandel, und zwar weitüber die Grenzen des Kaiserstaates hinaus. Gerolds intime Beziehungen zu den großendeutschen Verlagssirmen kamen auch der Wiener Buchdruckerkunst und der eigenen Offizinwesentlich zustatten. Er übernahm den Druck umfangreicher Werke für deutsche Verleger,so des Grasen StolbergGeschichte der Religion Jesu" (für Perthes äcBesser in Hamburg,ig Bände), PrechtlsTechnologische Enzyklopädie" (für Cotta, 20 Bände, 1824 bis1844) und anderer.

Besonders hervorgehoben muß werden, daß Carl Gerold der erste Buchdrucker undVerlagsbuchhändler in Osterreich war, der von Senefelders Erfindung der Kunst derLithographie Gebrauch machte. Seneselder war im Jänner 1816 selbst nach Wiengekommen, um womöglich der österreichischen Regierung das Geheimnis seiner ebenerfundenenPapierographie" zu verkaufen und Gerold einechemische Druckerei" einzu-richten. Die ersten mit lithographisch hergestellten Illustrationen ausgestatteten Verlags-werke waren wahrscheinlich die 1816 erschienenenWanderungen durch Salzburg,Berchtesgaden und Osterreich" von Vierthaler und ein hübsches Kinderbuch von Chimani(vgl. Tafel II), von dem sich sogar handkolorierte Exemplare erhalten haben. Geroldsvortrefflich eingerichtete Offizin erfreute sich eines vorzüglichen Rufes. Vom Jahre 1817bis 1848 war Josef Keck Leiter derselben, von 1848 bis 1869 Jofef Völck aus Prag.Die meisten Gehilfen verblieben viele Jahre im Geschäfte und selten trat ein Wechsel ein,außer im Falle eigener Etablierung; so war Leopold Probst, der 1817 in die Buch-druckerei eingetreten war, noch 187g als Korrektor in ihr angestellt. Die vielen mathemati-schen Werke, die bei Gerold erschienen, hatten auch zur Folge, daß sich in feiner Offizineine wahre Pflanzfchule vortrefflicher mathematischer Setzer" heranbildete. Im Jahre1848 gingen schließlich ans dieser Buchdruckerei eine ganze Reihe von Zeitschriften undZeitungen hervor, teils im eigenen Verlag, teils im Lohndruck. Genannt feien hier nur:Die Ostdeutsche Post" und der von Marrens und Bodenstedt redigierteLloyd".

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