Außerdem zählte der Katalog »och vermischte Schriften und Werke aus dem GebietI der schönen Künste und Wissenschaften aust
Die berüchtigtenAusschreitungen des österreichischen Nachdruckes, durch die ökonomischenI Theorien unter (Maria Theresia und durch die persönlichen Ausfassungen Kaiser Josefs II.
stark gefördert, hatten zur Folge gehabt, daß das Ansehen der österreichischen BuchhändlerI und Buchdrucker im deutschen Reich und im Ausland tief gesunken war. Gerold dachteanders als viele seiner Kollegen von Trattner bis Schallbacher, Kienreich und Ferstl.I Als daher die deutschen Buchhändler, Perthes und Cotta an der Spitze, dem WienerI Kongresse eine aus die llbelstände des Nachdruckes sich beziehende Denkschrift über-reichten, unterstützte Gerold deren Bemühungen aus das kräftigste, um so einigermaßenden üblen Ruf wieder gutzumachen. In ganz korrekter Weise schloß er sodann mit> Cotta einen Kontrakt zur Herausgabe einer für Österreich bestimmten Originalausgabevon Schillers Werken in 18 Bänden, welche, mit Titelvignetten von Schnorr vonI Carolsseld versehen, durch ihre Ausstattung und Verlagsberechtigung der Verbreitungdes Nachdruckes sehr wesentlich entgegenarbeitete. (Vgl. S. Z4-)
Gerolds ganze Größe zeigte stch aber, als im Jahre i3go das Privilegium desSchulbücherverlages endlich eingeschränkt wurde. Als warmer Freund des SchulwesensI und weitblickender Geschäftsmann schuf er noch in seinem Alter die Ansänge des VerlagesI von Mittelschulbüchern, der später eine besondere Zierde und Stütze seiner Firma wurde.' So unterliegt es wohl keinem Zweifel, daß der Geroldsche Verlag um die Mitte desvorigen Jahrhunderts der bedeutendste in Osterreich war.
Aber auch für sein Sortiment war Carl Gerold eifrig tätig. In der NationalenzyklopädieI schreibt Grösser im Jahre i3zg: „Carl Gerolds Buchhandlung, eine der bedeutendstenVerlags- und Sortimentsbuchhandlungen Wiens, in letzterer Beziehung wohl die stärkste.I In Hinstcht des Sortiments hat ste stch von dem Handel mit französischen und englischenWerken etwas zurückgezogen. Bemerkenswert ist Gerolds neues Lokal im ersten Stock,in welches man durch die erweiterten Kaufläden des Erdgeschosses gelangt. Es besteht ausI zehn Gemächern, speziell zu den verschiedenen Expeditionen eingerichtet. Zweckmäßigkeitund Bequemlichkeit wetteisern hier mit Eleganz und Geschmack." Und i3z7 fügt erhinzu: „Carl Gerolds Buchhandlung hat stch in französischen und englischen Werkenohne Unterbrechung noch mehr erweitert. Für das französische Fach ist jetzt ein eigenesI Individuum angestellt."
Das Sortimcntsgeschäst übersiedelte, nachdem es vorübergehend in der Rotenturm-straße und später im Stammhaus untergebracht war, Ende 1817 aus den Stephansplatzan die Ecke der Goldschmiedgasse, gegenüber von Arthabers alter, populärer Seiden- undEchalhandlung (vgl. S. Zg), wo es bald einen so großen Ausschwung nahm, daß es ans