Druckschrift 
Das Haus Gerold in Wien 1775-1925
Entstehung
Seite
8
Einzelbild herunterladen
 

Personals, der zwischen sechs Gesellen (1741) und sünszehn Gesellen und zwei Lehrlingen(1754) schwankt.

Kaliwodas Ösßzin befand sich zuerst am alten Fleischmarkt, wahrscheinlich im selbenHause, in dem schon seine Vorgänger gearbeitet hatten und das heute die Orientie-rungsnummcr 15 trägt, dann seit Mitte des Jahrhunderts im Hause der Jesuitenam Dominikanerplatz (Nr. 724). Im Trattnerschen Adreßbuch des Jahres 1766 heißtes:Kaliwoda, Leopold, in dem Iesuiter Hause bey den Dominikanern; sein Gewölballda; beschäftigt 5 Pressen." Eine Unzahl von Schriften ist von hier in die Welt ge-gangen; kleine, große und wertvolle Prachtwcrke. Kaliwoda arbeitete für die Universitätund den INagistrat, druckte verschiedene Kalender, Gebet- und Missionsbücher, mehrereJesuiten-Komödien und schuf außerdem noch typographische Meisterwerke, die stets eineZierde der Wiener Buchdruckerkunst bilden werden. Von den großen und mitunter kost-baren Druckwerken nennen wir folgende: ONarquard Herrgott, EsneuloNiu cliyloms.tiouKnAnstas Dentis UabsdurAiLns, zwei Foliobände mit Kupferstichen von Anton undJoses Schmntzer (17Z7), sowie desselben gelehrten Autors Nionumsntu. KriA. UomnsKnstrinene, in Folio (17Z0), die Kimales Kustriaens... von Sigmund Calles, inzwei Foliobänden, beide Werke mir Kupferstichen und Initialen von Salomon Kleiner,und desselben Autors Knimlss N!oo1s8is.8twuk Eermuniouk in sünsFoliobänden (1756 bis1769); ein Prachtwerk mit sehr schönen Kupferstichen ist des Astronomen GiambattistaMckrinoni: Do Kstroiivmicza. Lpoonlu Uvmsstiea st Kypurutu Kstroimmieo. Hervor-ragend auch in typographischer Beziehung sind die TLerke des großen Botanikers NikolausIacquin: Hortu8 b>otnnien8 Viticlok>oiioit8i8, drei Foliobände mit Zoo illuminierten Kupfer-stichen, wovon nur 162 numerierte Exemplare abgezogen wurden, und Ulorns Krwtriueasin fünf Foliobänden mit Zoo illuminierten Kupferstichen. Drucke mit schöner griechischerSchrift sind: Die Gesamtschristen des Hippokrates von Stephan Mack (i ?4Z) >n Foliound Xcipwe; eWDcov von Adam Franz Kollar in Ltuart. Bei ersterem Drucke ist jedeSeite mit einem in Kupfer gestochenen und mit TLappen verzierten Rahmen eingefaßt.Erwähnt sei noch das im Verlag von Augustin Bernardi in Wien erschienene Werk übersyrische Münzen von Erasmus Fröhlich, dessen Titelblatt und ersten Kupferstich wir hierans S. 7 und 17 reproduzieren.

Die meisten von Kaliwoda hergestellten Schriften erschienen aber in seinem eigenenVerlag. Im deutschen Buchhandel spielte damals der Tanschverkehr (Changehandcl, auchStichhandel genannt) eine große Rolle, der in Österreich hinsichtlich des Zollverkehresvorzüglich Barartahandel genannt wurde. Kaliwoda scheint in erster Linie sich um dieEinrichtung desselben verdient gemacht zu haben. Diese Art des Handels bestand darin, daßeinem Buchdrucker gestattet wurde, ein bestimmtes Ltuantum ausländischer Bücher gegen

8