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Geschichte des Geschlechts Ebell nebst Stammtafeln u. Wappen
Entstehung
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hier gestattet vom Ursprung und Wesen der Wappen das wichtigstein knappster Form wiederzugeben, wie ich es in dem Gritzner-schen Meisterwerk, dem knorrigen alten Hefner und schließlich fürdie ersten Anfänge auch im Katechismus der Heraldik von Freiherrvon Sacken gefunden habe. Aus Erfahrung weiß ich, welche Un-kenntnis im allgemeinen noch über alles, was mit Wappenkunstirgendwie zusammenhängt, herrscht. Mag diesen Teil überschlagen,wer kein Interesse daran hat.

Erst im christlichen Mittelalter sind Wappen entstanden, das istder erste feststehende Satz. Wappen und Waffen sind in ihrerursprünglichen Bedeutung gleich. Gewappnet sagt man noch heutefür gewaffnet. Schild und Helm 67 ) sind die beiden unumgänglichnotwendigen Bestandteile eines vollständigen Wappens. Sie warenbesonders zum Anbringen derjenigen Figuren geeignet, die wir alswappenmäßig bezeichnen. Kriegs- und Kreuzzüge nach dem Morgen-land haben wohl die Ursache zur Entstehung gegeben. Als Wappen-tier 68 ) begegnet uns zuerst der Löwe und der Adler, dann folgenandere wilde Tiere, z. B. Ure, Eber oder Gegenstände aus derNatur oder Himmel- und Erdkörper. Wappen mit verschiedenenWappenfiguren in den einzelnen Feldern sind jüngeren Datums.(Siehe das Wappen des Johann v. Ebell.) Dadurch, daß z. B. Löwenund Adler so häufig von verschiedenen Personen auf ihren Schilderngeführt wurden, kam, da es gegen eine alte Wappenregel verstößt,sein Wappen zu tauschen, als einfachstes Mittel dazu, die Farbezu ändern. So wurde z. B. der französische Löwe Gold in Schwarz,der flandrische Schwarz in Gold, der thüringische in Rot mit Silber-streifen bezeichnet. So habe auch ich zum Unterschied vom Celle-schen Wappen (im Silber einen goldenen Mond) die Tinkturen ge-wechselt, es leiteten mich auch heraldische Gründe, wie ich weiterunten erklären werde.

Von den Schildfiguren der Himmelskörper sagt Hefner in seinemoben zitierten Buch:Sie sind schon seit den ältesten Zeiten ge-bräuchlich, Sonne, Mond und Sterne, jedes derselben in seiner be-stimmten und fest gültigen Darstellungsweise und als Wappenbilderanerkannt. So waren die deutschen Sterne sechsstrahlig, die einzelnenStrahlen möglichst schlank und spitzig gezeichnet und abgekantet(Fassettiert). Die unschönen fünfstrahligen italienischen und fran-zösischen Sterne gehören einer späteren Zeit an. Die Farbe der

67 ) Ursprünglich der Schild, später Helmschilde.

68 ) Durch Teilung des Schildes entstehen Felder. Die ältesten Wappenzeigen noch keine Wappenfiguren, sondern nur Wappenbilder, die in Teilungdes Schildes durch regelmäßig bezeichnete Linien bestehen.