7. Gottfried Wilhelm Ebell.
Gottfried Wilhelm Ebell, geboren am 23. Oktober 1778 zuNeu-Ruppin, gestorben 25. Mai 1855 ebendaselbst, vermählt am13. Juni 1805 mit Katharina Sophie Rückert, geboren am 3. Juli1782 zu Gransee, gestorben 12. Januar 1870 zu Neu-Ruppin. Tuch-fabrikant zu Neu-Ruppin.
Er wohnte in dem Hause Steinstraße 21, und ist jenes Haus, dasuns Abbildung und Stammbaum veranschaulicht, auch das Geburts-haus seiner sämtlichen zehn Kinder geworden, von denen heute nochsein Sohn Albert im 90. Lebensjahre als Senior des gesamten Ebell-
sehen Geschlechts hierin wohnt. Auch dessen Töchter Hedwig undBertha sind darin geboren. Der alte Gottfried gründete wahrscheinlich1805, als er heiratete und sich selbständig machte, die noch heute be-stehende Firma Gottfried Ebell. Es ist die letzte jener alten Tuch-fabriken, die bis in die heutige Zeit in Ruppin blüht und in hohemAnsehen steht. Seine Söhne Albert und Hermann haben später,von ihren Kindern Alfred und Emil unterstützt, durch Fleiß undUmsicht das Geschäft aus bescheidenen Anfängen in die Höhe ge-bracht. Die Fabrikation besteht heute zum größten Teil in Treib-riemen; es ist eine bedeutende Firma geworden, deren Erzeugnisseweithin geschätzt werden. Möchte der alten Firma, als letzten derEbellschen Tuchfabriken in Ruppin, die nun bereits auf ein 101 jährigesBestehen zurückblicken kann, noch ungeahnte Größe in ihrer altenHeimat beschieden sein. Dem erwähnten, 90 jährigen Sohn Albertscheint das Alter nichts anhaben zu können. Er macht den Ein-druck eines Mannes in der ersten Hälfte der 70er Jahre, Gesichtund Gehör sind bewunderungswürdig. 65 ) Er verkörpert gewisser-
65 ) Noch im April dieses Jahres hatte ich die Ehre, von ihm aufdas liebenswürdigste empfangen zu werden, und ließ es sich der alteHerr nach einem Frühtrunk, der auch ihm noch schmeckte, nicht nehmen,mich persönlich hinaus zu geleiten.