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Geschichte des Geschlechts Ebell nebst Stammtafeln u. Wappen
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auch die Brandenburger fochten, haben den öffentlichen undprivaten Wohlstand der Stadt zugrunde gerichtet. Dazu forderte diePest über 700 Opfer. Perleberg, das vor dem Kriege über 300Häuser mit 3500 Einwohnern besaß, zählte am Ende des Jahres1638 kaum 50 Häuser und nicht ganz 300 Einwohner. Diese Zahlenreden am deutlichsten. Riedel beschreibt diese Tage nun folgender-maßen 23 ):Im Anfang des 30 jährigen Krieges bis anno 1637 wurdedie Stadt nur durch Kontributionen bedrückt, abwechselnd vonmansfeldischen, dänischen, kaiserlichen, friedländischen und schwe-dischen Herren. Das meiste Elend aber brachte der 24. Oktoberund 15. November 1638 über die Stadt. Schon im August diesesJahres mußte Perleberg drei sächsische Reiterregimenter in Quartiernehmen, durch deren Unvorsichtigkeit eine Feuersbrunst entstand,welche 40 Häuser in Asche legte. Die Schweden hatten dann imSpätsommer bei ihren Durchzügen, Perlebergs Viehherden, Getreideund Lebensmittel aufgebraucht, und alle vorhandene Barschaft mußtezur Abwendung größerer Uebel als Kontribution gegeben werden.Am 22. und 23. Oktober zogen dann aber kaiserliche Truppen unterdem Generalvvachtmeister von Puchheim in die Stadt. 39 Kompa-gnien führte derselbe, außerdem forderte der brandenburgischeGeneral von Klitzing Aufnahme. Am 24. Oktober erfolgte der Durch-zug der gesamten kaiserlichen Armee und begann zugleich die gänz-liche Plünderung der Stadt mit zum Teil unbeschreiblichen Exzessengegen die wehrlosen, aller Habe beraubten Bürger. Erst am fol-genden Tage, nachdem der größte Teil der kaiserlichen Armee nachder Lenzenschen Wische abgezogen war, gelang es den Offizieren,den Schreckensszenen ein Ende zu machen. Auf Bitten des Rateswurde dann der Hauptmann von Rochow mit 50 Mann zur Be-deckung der ausgebeuteten Stadt zurückgelassen.

Am 3. November indessen hielt der Generalwachtmeister, Grafvon Puchheim wiederum seinen Einzug und am 4. November folg-ten ihm so viel Regimenter nach, daß man schon die Wohnzimmerin den Häusern mit zur Stallung für die Pferde benutzen mußte,ln der ganzen Umgebung blieb kein Baum, der nicht niedergehauenwurde. Die meisten Einwohner wurden auch von den zerlumptenTruppen ihrer Kleider beraubt. Graf von Puchheim gab den, ihnum Hilfe anrufenden Einwohnern keinen anderen Rat, als daß siegänzlich aus der Stadt ausziehen möchten, denn es helfe nichts,daß man sie vor der Beraubung jetzt schütze, andere würden nach-

2S ) Riedel, Cod. dipl. 1, 119.