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Wilhelm I, König der Niederlande : biographische Skizze und Charakteristik
Entstehung
Seite
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Commissairen der einstweiligen Regierung, Kemper undFanniuS Schölten, eine öffentliche Verkündigungder dem Fürsten von der Nation übertragnen Alleiicherr-schaft, nach einem die Freiheit der Bürger sicherndenGrundgesetz. Sie schloß mit den Worten: „Die Nieder-lande sind frei. -Wilhelm der erste ist souverainer Fürstder freien Niederlande." Am folgenden Tage erschien derPrinz in Amsterdam, um sich zur Annahme "der ihm über-tragnen Gewalr bereit zu erklaren, und die erste Hand-lung der neuen Regierung war die Ernennung einer ^ aus14 Mitgliedern bestehenden Commission zum Entwurf ei-nes Verfassungsgesetzes. Zwei derselben wurden aus Gel-dern, sechs aus Holland, und aus jeder der ProvinzenZecland, Utrecht, Friesland, Oberysscl, Groningen undBrabant einer gewählt. Zu ihrem Präsidenten ernanntedie Commission einstimmig den würdigen G. C. van Ho-gendorp.

Nach drei Monaten ward der Entwurf durch denDruck zur allgemeinen Kenntniß gebracht, und am 29.Marz 1814 von einer nach Amsterdam zusammenberufcnenVersammlung der Notabeln mit großer Stimmenmehr-heit angenommen, von dem neuen «souverain aber amfolgenden Tage feierlich beschworen. Eine der wichtigstenBestimmungen dieses Grundgesetzes war, daß in Anse-hung der Gesetzgebung und des Finanzwesens eine Ueber-einkunft mit der Staatenversammlung (Landstanden) denVerfügungen des Fürsten, wenn sie Kraft haben sollenuothwendig vorausgehen müsse.

Mit Hülfe der Bundsgenossen ward inzwischen derFeind nach und nach aus dem ganzen Gebiete des erneuer-ten Staats vertrieben, währenddem aber auch an Aufstel-lung einer hinlänglichen Land- und Seemacht zur Verthci-digung und Erhaltung der erlangten Unabhängigkeit mitäußerster Anstrengung gearbeitet. Der Pariser Friedeund die Verbannung des Tyrannen ließen erwarten, dastWilhelm Friedrich seine ganze Thätigkeit vorerst auf dieinnern Landesangelegenheiten werde verwenden können.

Früher schon, und vor Ausgang des Jahres iZiZ,war der Prinz nun auch wieder zum Besitz seiner deutschen