vcraner Fürst begrüßt warb. Gleich herzlich war der Em-pfang im Haag, den bei solchem Anlaß gewohnlichen, oftnur gebotenen Pflichtbezeugungcn gar nicht ahnlich, wieder brirtische Gesandtschastssecretair Chad in seiner Er-zählung der neuesten holländischen Revolution sagt, son-dern dem zu Freudcnthränen rührenden Wiederseht: alterFreunde nach langer schmerzlicher Trennung.
Noch war indessen, so viel Muth und Vertrauen auchdie Ankunft des Prinzen dem großen Haufen eingeflößthatte, nach dem Urthcil der Einsichtsvolleren alle Gefahrso wenig verschwunden, daß Lord Elancarty das Kriegs-schiff tchc Warrior, welches den Prinzen übergeführthatte, aus der Küste zurückzuhalten nöthig fand. Dreiund zwanzig feste Platze in Holland und den nächsten Pro-vinzen waren noch in Feindes Händen, ganz Seeland inseiner Gewalt. Bei Utrecht stand immer noch ein franzö-sisches Corps im Lager, stark genug, wäre es nicht durchdie Vorgange in Deutschland cntmuthigt gewesen, einenUcberfall zu wagen, dem keine regelmäßige Miliz entge-gengestellt werden konnte.
Das erste Geschäfft des Prinzen war, mit den, dochebne Truppen, im Haag angekommenen Heerführern vonBulow und von Bcnkendorf über die Mittel zur völligenVertreibung des Feindes zu berathschlagen. NämlichenTags (r. Äcc.) machte er dem Volk bekannt: Nach einerTrennung von 19 Jahren, nach manchen Widerwärtigkei-ten, folge er dem Rufe der Nation, um mit Beistand sei-ner Bundsgenossen, besonders Großbritanniens, demLande Unabhängigkeit und Wohlfahrt wieder zu geben,dessen Wunden zu heilen, den Handel wieder zu beleben.Das Geschehene sey vergeben und vergessen. Einigkeitund gegenseitiges Vertrauen werde die alten glücklichenZeiten zurückführen. — Das Jahr 13:4 bewährte schon,daß dieses nicht gewöhnliche Antrittsformeln, nicht leere— oft leider nur zu bald vergessene — Worte waren.
In der Bekanntmachung hatte Wilhelm Friedrich derihm zugedachten Souverainctät noch nicht erwähnt. DerHauptstadt Amsterdam sollte nicht vorgegriffen werden.Dort erging aber am nämlichen Tage von den General-