seS mit England verdächtig zu machen. Auch die Gemah-lin dcS Erbstatthalters blieb nicht unangefochten. AmEnde deZ unbesonnenen Kriegs, in welchen der Eigennutzeiniger Wenigen das unglückliche Volk verwickelt hatte,mußten auch noch Besitzungen in Ostindien abgetrercn,und den Engländern Freiheiten zum Nachtheil des hol-ländischen Handels eingeräumt werden (1784). Für denungeheuren Verlust an Schiffen, Waaren und Geld er-folgte keine Entschädigung. Handel und Gewerbe kamendurch alles dieses in den größten Verfall. Indem die so-genannten Patrioten Wilhelm V. als den Urheber allerdieser Uebel darstellten, gelang es ihnen nach und nach,die Anhänglichkeit des leichtgläubigen, durch Nahrungs-losigkeil leidenden, Volks an den Statthalter zu vermin-dern. Jetzt durften sie es wagen, die Vorrechte desselbenimmer mehr einzuschränken. Eine Verbindung mit Frank-reich, das Werk des Ministers Vergennes, bestärkte sieimmer mehr in ihren frevelhaften Änmaaßungcn. DemErbstatthalter blieb nichts übrig, als den Haag mit seinerFamilie zu verlassen. Eine Volksregierung, mit Bewaff-nung der Bürger, trat ein. Die Verwirrung ward im-mer größer, der Streit beider Parteien heftiger, Auf-stand, Mord, Plünderungen, wurden immer häufiger.Vergeblich bemühcte sich Friedrich Wilhelms ll. von Preu-ßen würdiger Minister, Graf Görz, in Vereinigung mitdem franzosischen Gesandten Nayneval, einen Vergleichzu vermitteln. Die Aufhebung der Statthalterschaft ward<1787) förmlich beschlossen. Ein kühner Entschluß derErbstatthalterin gab plötzlich «der Sache eine günstigeWendung. Sie unternahm eine Reise nach dem Haag,um die Gegner vielleicht zu gemäßigten: Gesinnungen zubewegen. Der Ucbcrmuth der Patrioten kannte aber keineGrenzen mehr. Die Prinzessin ward unterwegs gesang-lich angehalten, und nach Nimwegen zurückzukehren ge-nöthigt. Umsonst forderte Friedrich Wilhelm zu wieder-holten Malen Genugthuung wegen dieses unbesonnenenFrevels gegen seine Schwester. Ein preußisches Heerunter Carl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig rücktehieraus am iz. Sept. in Holland ein, und am 20. warder Erbstarthalter bereits wieder im Haag. Die alsbal-dige Wiedereinsetzung in seine Rechte erfolgte. Durchein Bündniß mit Großbritannien und Preußen ward die
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Wilhelm I, König der Niederlande : biographische Skizze und Charakteristik
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