Der amerikanische Krieg gab zu dem Ausbruch inne-rer Unruhen in der Republik Anlaß. Schon langst standdiese nicht mehr auf der Höhe, auf der sie sich ein Jahr-hundert früher befunden hatte. Mit anderen Nationenhatte sie nach und nach die Vortheilc des Handels, wel-cher sich vorhin fast ganz in ihren Händen befand, theilcnmüllcn. England besonders war als Seemacht zu einerUcberlcgcnheit gekommen, gegen welche die der Republiknicht mehr bestehen konnte. Desto mehr reizte dieserStaat den Neid und die Eifersucht der holländischen Han-delsleute. Was nicht mehr auf dem vormaligen Wegeund fast durch Alleinhandel zu gewinnen war, suchten sieseitdem auf Schleichwegen zu ersetzen. In jedem Kriege,in welchen England mit andern Seemächten verwickeltward, blieb es Grundsatz Hollands: neutral zu seyn, da-gegen durch Verführung von Schiffbaumaterialien undandern Kriegsbedürfnissen in feindliche Häfen doppeltenGewinn zu ziehen. Es war vorauszusehen, daß diesesendlich zu einem Kriege mit England führen müsse. DieGefahr ward drohender, als England mit seinen amerika-nischen Colonieen und dem mit diesen verbundenen Frank-reich und Spanien in einen langwierigen, hartnackigenKampf gcricth, und strengere Maaßrcgeln gegen die neu-tralen Seemächte auszuüben sich genothigt fand. Früherund oftmals hatten zwar Wilhelm V. und sein weiserRathgcber, Herzog Ludwig von Braunschweig, die Not-wendigkeit gezeigt, daß die Republik, um ihr Neutrali-tatssystcm behaupten und ihren Handel schützen zu können,ihre See-und Landmacht wieder, wie vormals, auf einenachtungswerthen Fuß setzen müsse. Das verschiedene In-teresse der einzelnen Provinzen erschwerte aber die Ein-stimmigkeit in den Beschlüssen. Das Beschlossene wardnur unvollständig, wegen Mangels der erforderlichen Mit-tel, vollzogen. Der Kaufmannsgeist war nur aus Ge-winn , nicht auf Opfer gerichtet. Als jener Krieg ausge-brochen war, befand sich die Republik in einem wehrlosenZustand. Dennoch wollte Amsterdam besonders demdurch Englands Uebermacht verbotenen Handel nickt ent-sagen. Der Verlust vieler nach feindlichen Hafen se-gelnden Schiffe war die Folge davon. Die Feinde derErbstatthaltcrschaft suchten Wilhelm und dem Herzogealle Schuld beizumessen, den ersten eines Einverständnis-
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Wilhelm I, König der Niederlande : biographische Skizze und Charakteristik
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