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dem zunächst unter ihm im Cabinet arbeitenden Staats-beamten die Oeffnung alter einlaufenden Depeschen ver-gönnt, damit nicht irgend eine Angelegenheit verzögertoder versäumt werde. —
Der mit vortrefflichen Naturanlagcn begabte Prinzmußte unter den Auczcn eines kenntnißvollcn, durch un-beschrankte Herzensgute ausgezeichneten, von seinen Un-terthanen und dem niederländischen Volke geliebten Va-ters, unter der Leitung seiner wahrhaft großen Mutter,unter wohlgcwähltcn Lehrern und Führern, sich nothwen-dig zu einem künftigen vorzüglichen Regenten bilden.Won Staatsgeschäfftcn ward er, so bald es sein Alte? er-laubte, nicht entfernt gehalten, wie leider noch an man-chen Höfen, scv es aus Mißtrauen der Vater, oder aus-Furcht ihrer Günstlinge und Minister, daß ihr Einflußdurch den des Thronerben geschwächt werden möge, zu ge-schehen pflegt. An ununterbrochene Thätigkcit von denersten Jahren an gewöhnt, lernte der Prinz, wie aus derGeschichte, so aus Ersahrungen in der ledenden Welt,sich Lehren und Grundsätze für die Zukunft ausziehen.Selbst manche Fehler in der väterlichen Verwaltungsart— und welche Staatsverwaltung ist davon frei — ent-gingen mit ihren nachtheiligen Folgen seiner Aufmerksam-keit nicht. Tief prägte er sie sich ein, um selbst sie einstdesto leichter zu vermeiden. — Anhaltende nützliche Be-schässtigunaen ließen die an Hofen so gewöhnliche Suchtzu Vergnügung und Zcitverkürzung in seiner Seelenicht auskommen. Keine Art derselben liebt Will). Fried-rich leidenschaftlich. Kaum, und fast nur mit Zwang,genießt er sie zur nüthigcn Erholung. Daher ist ihm auchalles, oft unvermeidliche Gepränge, als zeitverderbend,zuwider.
Auch kleinere Widerwärtigkeiten halfen die Bildungdes Fürstensohns vollenden. Anschaulich lernte er frühden Unbcstand menschlicher Größe und menschlichen Glückserkennen. Leichtere vorübergehende Uebel machten ihnzu standhafter Ertragung künftiger schwererer, damalsnoch ungeahnter, Widerwärtigkeiten fähiger.