nissen. Seme ersten Lehrer waren Euler auZ Zweibrü-cken, und spater der auch als Schriftsteller bekannte Hol-lander Tollius, beide Männer von ausgezeichneter wis-senschaftlicher Bildung. Dem Umstände, daß der letzte,als geborner Holländer, der deutschen Sprache nicht mäch-tig war, ist es wohl mit beizumessen, daß Wilhelm Fried-rich sich in dieser Sprache nicht so geläufig, schön und rich-tig auszudrücken vermag, als in der holländischen undfranzösischen, obwohl er nachher, als deutscher Fürst,diesem Mangel des Unterrichts durch eigene Anstrengungund Aufmerksamkeit noch möglichst abzuhelfen sich be-mühet?, was ihm auch so weit gelang, daß er es wohlmanchem in Deutschland geborncn und erzogenen Fürsten-sohne noch zuvorthut.
Sein Führer ward der, wahrend der Emigration ei-nes Thcils der Oranischen Familie nach Schleswig alldaverstorbene, General von Stamford, ein Mann vonhohem Ernst und großer Welt- und Menschenkenntniß,ein gründlicher Mathematiker und Tactiker, in allen Thai-len der Literatur bewandert, besonders auch in Geschichteund Staatswissenschaften, mit der Politik der europäi-schen Höse sehr vertraut, als Militär und Staatsmanngleich brauchbar, ein würdiger Vertrauter der Erbstatt-halterin, welche sich auch seiner zu mehreren wichtigenSendungen späterhin bediente. War etwas an diesem,in vieler Rücksicht merkwürdigen Mann, besonders alsPrinzencrzieher, auszusetzen, so sinds wohl mancherleiEigenheiten, ein ihn oft anwandelndes finsteres Wesen,und eine fast zu große Verschlossenheit, Alles zum TheilFolgen einer kränklichen, hypochondrischen Leibesbeschas-fenheit. In diesen Fehlern mag es wohl hauptsächlichseinen Grund haben, wenn man bei dem Prinzen, alsnachmaligen Regenten, eine an Gehcimnißsucht grenzendeZurückhaltung, selbst gegen in Gunst stehende Staatsdie-ner, bemerkt haben will. Die letzte hätte wohl auf dieGeschäffte oft nachtheilig einwirken können, wenn Will).Friedrich nicht selbst zu regieren und zu handeln Einsichtund Entschlossenheit genug gehabt hätte, so daß die etwai-gen Mängel in den vorgeschlagenen Maaßregcln von ihmselbst ergänzt wurden. Auch war, jener Neigung Ge-heimnisse zu haben ungeachtet, in seiner Abwesenheit