In Deutschland hatt' er einst das Erbtheil des Nas-sau-Ottonischen Stammes zu erwarten, ein Land, zwarklein im Umfang, aber wohljiehcnd durch Fruchtbarkeitdes Bodens, oder den Gcwcrbfleiß der Bewohner; Unter-thanen von einer Treue und Anhänglichkeit an ihr altesFürstenhaus ohne Gleichen.
In den Niederlanden war er dereinstigcr Erbe dernoch immer zahlreichen und einträglichen Herrschaften oderDomaincn des Oranischen Hauses, von den Vorelterntheils erheurathet, theils durch Verdienste erworben.Die Abhängigkeit, in welcher sie von der Republik stan-den, verminderte wenig ihren Werth für den hohen Be-sitzer.
Ein noch glänzenderes Loos schien dem neugcbornenPrinzen, als künftigem Statthalter der sieben vereinigte»Provinzen, beschicken. Unter seinem glücklichen Groß-vater, welcher auch die früher unter vier Linien vertheil-tcn deutschen Fürstenthümer wieder zusammen an seine,die Dictzischc, Linie gebracht hatte, war die Erblichkeitdieser, vorhin von der freien Wahl einzelner ProvinzenabHangenden, daher oft ganz unbesetzten, Stelle demHause Oranicn in männlicher und weiblicher Linie (1747)feierlich übertragen worden. Zwar schien die statthalter-liche Würde nur ein Staatsamt zu seyn. Sie war aber,theils durch ausdrückliche, theils durch stillschweigendeWerwilligungen, mit großen Vorrechten, mit einer Ge-walt, wie sie nimmer ein eigentlicher Staatsbeamte hatte,mit einem mächtigen Einfluß auf die wichtigsten Geschäffteverbunden. Die Land- rmd Seemacht stand fast in völ-liger Abhängigkeit von dem Statthalter, war ihm daherauch, zumal in Kriegszeiten, völlig ergeben. In denVerhältnissen und Unterhandlungen mit fremden Mächtenward er als wirkliches Oberhaupt des Freistaats angese-hen. Der Hof war, dem Wunsch des Volks gemäß, anGlanz den königlichen gleich. Gemahlinnen aus Königs-häusern verherrlichten ihn seit zwei Generationen noch mehr.
Zwar hatten um die nämliche Zeit, als Wilh. Fried-rich unter solchen glänzenden Aussichten zur Welt kam,drei große europäische Mächte das Beispiel gegeben, ohne