halben Weltthcil erkauft, Unheil in seiner Nahe, Schre-cken und Entsetzen bei den entferntesten Völkern verbreitet,dem aber das Glück zur Seite steht, vielleicht nur, weiler zur Geißel einer verderbten Menschheit bestimmt war.
Sehr oft vergißt sie dagegen den Unglücklichen, mager es auch ohne seine Schuld scpn, mögen nur Uebcr-macht, widrige unabwendbare Verhängnisse ihn nieder-gedrückt, mag er, auch in den Staub getreten, Beweisehohen edcln Muths, wahrer Seelengroße gegeben haben.
Auch Wilhelm Friedrich von Oranien wärevielleicht, selbst von Zeitgenossen, kaum mehr genanntworden; nur im Vorbeigehen würde seiner vielleicht dieNachwelt gedenken: hatte das Schicksal ihn auf immer,wie er es in sieben verhangnißvollen Jahren war, aufkleine Besitzungen in fremden Reichen beschrankt; hattenicht die gerechte — freilich oft spat wirkende — Nemesisdas in Dresden ausgesprochene Vcrbannungsurtheil andem ungerechten Urheber selbst und seinem ganzen Ge-schleckte vollzogen; wäre Wilhelm Friedrich nicht vom um-gestürzten Fürstenstuhle auf einen neuen Königsthron er-hoben worden.
Und doch stellt sich der Edelmuth und die Seelen-große dieses merkwürdigen Mannes wohl in keinem herr-lichem Lichte dar, als gerade in dem Zeitabschnitte, inwelchem der Glaube an ein ewiges Napolconsches Reich inunserem Welttheile, die hochherzige, unerschütterlicheBritannia ausgenommen, so ziemlich der allgemein herr-schende war, in welchem Oraniens berühmter Name nurnoch der Vorzeit anzugehören schien. Die Erzählung ei-nes Augenzeugen mag reden. Dem Urtheile des Leserssoll hierdurch nicht vorgegriffen werden.
Wilhelm Friedrich ward als Erbprinz von Ora-nien-Nassau als wahrscheinlicher Erbe und Nachfolger sei-nes Vaters Wilhelm V. im Haag (1772. 24. Aug.) in ei-nem Zeitpunct geboren, welcher ihm eine glückliche Zu-kunft zu weissagen schien.