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werden, brachte einen kleinen Hofstaat mit und lebtelange in Holland. Friedrich Heinrich tat sein Bestesfür Ulrich II. und die Befestigung von dessen Autorität;mit des Prinzen Tode brach neues Unheil über Ulrich her-ein und erst auf seinem Sterbebette erfuhr er, daß derwestfälische Friede seinem Lande Frieden brächte; esward ihm erspart, eine noch schrecklichere Zukunft zuschauen. Enno Ludwig bekümmerte sich nicht um seinLand und nicht um seine Braut; ein sinnlicher Geselle,suchte er die Liebe bei leichten Frauen, seit er, wennauch noch unter Vormundschaft (1648) regierender Herrgeworden war, reiste in der Welt umher und er-wirkte in Wien seine Belehnung mit Ostfriesland undseine Ernennung zum Reichshofrat. In seinem Landehauste er despotisch. Als er 1651 in den Haag kamund mit Amalie wegen seiner Heirat sprach, schütztesie die Jugend der Prinzessin vor, und als er 1653wiederkam, war sein Ruf so schlecht, daß die Brautgar wenig Lust verspürte. Geistig war sie ja ungewöhn-lich ausgestattet wie alle ihre Schwestern, Enno Ludwigflößte ihr mit seiner Roheit Abscheu ein, und wennauch ihre Mutter ungern die Aussicht schwinden sah,sie Fürstin x ) von Ostfriesland werden zu lassen, sokonnte sie der Tochter doch nicht Unrecht geben.Auch schien damals Karl II. von England Absichtenauf Henriette Katharina zu haben. So wurde zu Beginndes Jahres 1656 die Verlobung gelöst und Enno Ludwigheiratete die Gräfin Juliane Sophie von Barby, starbaber schon am 4. April 1660. Yon Henriette Katha-rinens späteren Schicksalen werden wir hören.
Für ihre eigene Familie sorgte Amalie in ausgiebig-ster Weise. Durch den Anschluß ihres Yaters an den
*) 1654 wurde Enno Ludwig Reichsfürst.