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Amalie von Oranien, geb. Gräfin zu Solms-Braunfeld : ein Lebensbild
Entstehung
Seite
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an die stuartische Sache zu ketten und es zu erreichen,daß die Generalstaaten am Kriege gegen die Rebellionsich offen beteiligten. Der Prinz von Wales sollteFriedrich Heinrichs älteste Tochter Louise Henriettevon Oranien heiraten, die jetzt im sechzehnten Jahrestand. Ihr Yater hatte sie, als sie dreizehn Jahrezählte, dem tapferen Grafen Heinrich von Nassau, seinemVetter, dem Statthalter von Friesland, Groningen undDrenthe, bestimmt; Amalie aber wußte die Heiratimmer wieder hinauszuschieben, weil sie für ihre ersteTochter eine größere Allianz begehrte und schon früheihr Auge auf den jungen Kurfürsten von Brandenburgwarf. Da starb Heinrich im Feldzuge am 12. Juli 1640an seinen Wunden. Und jetzt sollte der Prinz vonWales um Louise Henriette werben. Da die Oranierkeine Begeisterung für die-neue Verschwägerung zeigten,— Karls Thron wankte doch zu augenfällig —, so nahmman in England die Miene an, als liege die Sache nochin weiter Ferne und das Königspaar könne noch nichtschlüssig werden. Man mutete Friedrich Heinrich zu,für Karls Sache direkt mit Spanien zu verhandeln; eraber wies dies Ansinnen zurück, weil es seinen formellenAbmachungen mit Frankreich zuwiderlief, dessen Ge-sandte schon in Münster saßen; Friedrich Heinrich standja im engsten Bunde mit Mazarin, wie früher mitRichelieu. Einer eventuellen Offensivallianz der General-staaten mit Frankreich und Karl I. war er geneigt, dieGeneralstaaten wollten aber nichts für die Stuarts tun,die schon aus Religionsgründen den reformierten Hol-ländern zuwider waren, und so fiel im April 1646 dasHeiratsprojekt in die Brüche. Es zeigte sich offen, daßdie Frage ganz aufs Geschäftliche hinausging, Oranienkonnte Karl nichts nützen, folglich rechnete man nichtmehr mit ihm.