gi) Heine: Neue Gedichte.
Sinnend sitz' ich auf dem Sessel,An dem knisternden Kamin,
Kochend summt der WasserkesselLängst verklungne Melodien.
Und ein Kätzchen sitzt danebenWärmt die Pfötchen an der Glut;Und die Flammen schweben, weben.Wundersam wird mir zu Mut.
Dämmernd kommt heraufgestiegenManche längst vergess'ne Zeit,
Wie mit bunten MaskenzügenUnd verblichner Herrlichkeit.
Schöne Fraun mit kluger Miene,Winken süßgeheimnisvoll,Und dazwischen HarlekineSpringen, lachen, lustigtoll.
Ferne grüßen Marmorgötter,Traumhaft neben ihnen stehnMärchenblumen, deren BlätterIn dem Mondenlichte wshn.
Wackelnd kommt herbeigeschwommenManches alte Zauberschloß;
Hinterdrein geritten kommenBlanke Ritter, Knappentroß.
Und das alles zieht vorüber.Schattenhastig übereilt —
Ach! da kocht der Kessel über,
Und das nasse Kätzchen heult.
7.
SelMsüchtelei.
In dem Traum siehst du die stillenFabelhaften Blumen prangen;