Heine: Neue Gedichte.
Bin festgeschmiedet am Ehejoche,
In diesem verwünschten Rattenloch«!
Und des Nachts die Gespenster,
Sie schaun mir ins Fenster,
Und der Styx, er murmelt so schaurig!
Heut' Hab' ich den Charon zu Tische geladenGlatzköpfig ist er und ohne Waden —
Auch die Totenrichter,
Langweil'ge Gesichter —
In solcher Gesellschaft versaur' ich.
III.
Während solcherlei BeschwerdeIn der Unterwelt sich häuft,Jammert Ceres auf der Erde.Die verrückte Göttin läuft,
Ohne Haube, ohne Kragen,Schlotterbusig durch das Land,Deklamierend jene Klagen,
Die euch allen wohlbekannt:
„Ist der holde Lenz erschienen?Hat die Erde sich verjüngt?Die besonnten Hügel grünen,Und des Eises Rinde springt.Aus der Ströme blauem SpiegelLacht der unbewölkte Zeus,
Milder wehen Zsphyrs Flügel,Augen treibt das junge Reis.In dem Hain erwachen Lieder,Und die Oreade spricht:
Deine Blumen kehren wieder,
Deine Tochter kehret nicht.
„Ach wie lang' ist's, daß ich walleSuchend durch der Erde Flur!Titan, deine Strahlen alleSandt' ich nach der teuren Spur!Keiner hat mir noch verkündet