Heine: Neue Gedichte.
„Ich segne das Meer, ich segne das Land.Und die Blumen auf der Aue.
Ich segne die Veilchen, sie sind so sanftWie die Augen meiner Fraue.
„Ihr Veilchenaugen meiner Frau,
Durch euch verlier' ich mein Leben!Ich segne auch den Holunderbaum,
Wo du dich mir ergeben."
11.
Ate Nirm.
Am einsamen Strande plätschert die Flut,Der Mond ist aufgegangen,
Auf weißer Düne'der Ritter ruht,Von bunten Träumen befangen.
Die schönen Nixen, im Schleiergewand,Entsteigen der Meerestiefe.
Sie nahen sich leise dem jungen Fant,Sie glaubten wahrhaftig, er schliefe.
Die eine betastet mit NeubegierDie Federn auf seinem Barette.
Die andre nestelt am BandelierUnd an der Waffenkette.
Die dritte lacht und ihr Auge blitzt,Sie zieht das Schwert aus der Scheide,Und auf dem blanken Schwert gestütztBeschaut sie den Ritter mit Freude. °
Die vierte tänzelt wohl hin und herUnd flüstert aus tiefem Gemüts:
„O, daß ich doch dein Liebchen wär',Du holde Menschenblüte!"
Die fünfte küßt des Ritters Händ',Mit Sehnsucht und Verlangen: