Neuer Frühling. 17
Zwölf Seiten, eng und zierlich!
Ein kleines Manuskript!
Man schreibt nicht so ausführlich,
Wenn man den Abschied gibt.
3S.
Sorge nie, daß ich verrateMeine Liebe vor der Welt,
Wenn mein Mund ob deiner SchönheitVon Metaphern überquellt.
Unter einem Wald von BlumenLiegt, in still verborgner Hut,
Jenes glühende Geheimnis,
Jene tief geheime Glut.
Sprühn einmal verdächt'ge FunkenAus den Rosen — sorge nie!
Diese Welt glaubt nicht an FlammenUnd sie nimmt's für Poesie.
36.
Wie die Tage macht der FrühlingAuch die Nächte mir erklinge»;
Als ein grünes Echo kann erBis in meine Träume dringen.
Nur noch märchensüßer flötenDann die Vögel, durch die LüfteWeht es sanfter, sehnsuchtmilderSteigen auf die Veilchendüfte.
Auch die Rosen blühen röter,
Eine kindlich qüldne GlorieTragen sie, wie EngelköpfchenAuf Gemälden der Historie —
Und mir selbst ist dann, als würd' ichEine Nachtigall und sängeHeine. Neue Gedlchte. 2