1k Heine. Neue Gedichte.
32.
'Durch den Wald im MondenscheineSah ich jüngst die Elfen reuten:
Ihre Hörner hört' ich klingen,
Ihre Glöckchen hört' ich läuten.
Ihre weißen Nößlein trugenGüldnes Hirschgeweih und flogenRasch dahin, wie wilde SchwäneKam es durch die Luft gezogen.
Lächelnd nickte mir die Kön'gin,Lächelnd im Vorüberreuten.
Galt das meiner neuen Liebe,
Oder soll es Tod bedeuten?
33.
Morgens send' ich dir die Veilchen,Die ich früh im Wald gefunden,Und des Abends bring' ich Rosen,Die ich brach in Dämmrungsstunden.
Weißt du was die hübschen BlumenDir Verblümtes sagen möchten?
Treu sein sollst du mir am TageUnd mich lieben in den Nächten.
34.
Der Brief, den du geschrieben.Er macht mich gar nicht bang;Du willst mich nicht mehr lieben,Aber dein Brief ist lang.
i Heine schreibt in den „ Elementargeistern" (Salon, 3. Bd.): „Ist es aberwahr, daß es ein Vorzeichen des Todes, wenn man diese Elfenkönigin mitleiblichen Augen erblickt und gar einen freundlichen Gruß von ihr empfängt?Ich möchte dieses gern genau wissen, denn;" — hierauf folgt obiges Gedicht.