IZg Nachwort zum „Romauzcro",
am Ende an sein Publikum, als wäre es ein vernünftigesWesen. Auch dich scheint es zu betrüben, daß ich dir Valetsagen muß; du bist gerührt, mein teurer Leser, und kostbarePerlen fallen aus deinen Thränensäckchen. Doch beruhigedich, wir werden uns wiedersehen in einer besseren Welt, woich dir anch bessereBücher zu schreiben gedenke. Jchsetzevoraus,daß sich dort auch meine Gesundheit bessert und daß michSwedenborg nicht belogen hat. Dieser erzählt nämlich mitgroßer Zuversicht, daß wir in der andern Welt das alteTreiben, ganz wie wir es in dieser Welt getrieben, ruhig fort-setzen, daß wir dort unsere Individualität unverändert be-wahren, und daß der Tod in unserer organischen Entwickelunggar keine sonderliche Störung hervorbringe. Swedenborg isteine grundehrliche Haut und glaubwürdig sind seine Berichteüber die anders Welt, wo er mit eigenen Augen die Personensah, die auf unserer Erde eine Rolle gespielt. Die meisten,sagt er, blieben unverändert und beschäftigen sich mit den-selben Dingen, mit denen sie sich auch vormals beschäftigt; sieblieben stationär, waren veraltet, rokoko, was sich mituntersehr lächerlich ausnahm. So z. B. unser teurer Doktor Nar-tums Luther war stehen geblieben bei seiner Lehre von derGnade, über die er während dreihundert Jahren tagtäglichdieselben verschimmelten Argumente niederschrieb — ganz inderselben Weise wie der verstorbene Baron Ecksteins der wäh-rend zwanzig Jahren in der Allgemeinen Zeitung einen unddenselben Artikel drucken ließ, den alten jesuitischen Sauer-teig beständig wiederkäuend. Aber, wie gesagt, nicht alle Per-sonen, die hienieden eine Nolle gespielt, fand Swedenborg insolcher fossilen Erstarrung; sie hatten im Guten wie im Bösenihren Charakter weidlich ausgebildet in der anderen Welt, undda gab es sehr wunderlicheErscheinungen. Helden und Heiligedieser Erde waren dort zu Lumpen und Taugenichtsen herab-gesunken, während auch das Gegenteil stattfand. So z.B. stiegdem heiligen Antonius der Hochmut in den Kopf, als er er-fuhr, welche ungeheure Verehrung und Anbetung ihm dieganze Christenheit zollt, und er, der hienieden den furchtbar-sten Versuchungen widerstanden, ward jetzt ein ganz imperti-
^ F. v. Eckstein, getaufter und geadelter Jude, schrieb für die „Allge-meine Zeitung" viel.' Artikel gegen den Liberalismus.