Anmerkung zu „Nhumpsenit".
(Seite 3.)
„Des Königs RhampsenituS Reichtum an Geld, sagten die ägyptischenPriester, sei so groß gewesen, daß ihn keiner der nachmaligen Könige über-bieten, oder ihm nahekommen konnte. Da er nun seine Schatze in Sicher-heit aufbewahren wollte, habe er ein steinernes Gemach erbaut, das mit einerseiner Wände an den äußern Flügel seines Hauses stieß. Der Werkmeisterdavon habe nun, aus bösen Absichten, folgendes angestellt. Einen der Steinehabe er so eingerichtet, daß er sich von zwei Männern oder von einem leichtaus der Wand herausnehmen ließ. Und als dieses Gemach aufgeführt war,verwahrte der König seine Schätze darin. Nach Verlauf einiger Zeit beriefnun der Baumeister, kurz vor seinem Lebensende, seine Söhne (deren er zweihatte), und erzählte denselben, wie er für sie gesorgt, daß sie vollauf zu lebenhätten, und deil Kunstgriff, den er bei Erbauung des königlichen Schatzesangewendet habe; und nach genauer Beschreibung, wie der Stein herauszu-nehmen sei, gab er ihnen die Maße dazu, mit dem Bedeuten, wenn sie immerauf diese acht hätten, würden sie Verwalter von den Schätzen des Königssein. Darauf endigte er sein Leben; seine Söhne aber schoben das Werknicht lange auf: sie gingen des Nachts zur Königsburg, fanden wirklich denStein in dem Gebäude auf, konnten auch leicht damit umgehen, und nahmeneine Menge Schätze heraus. Als nun der König wieder einmal das Gemachöffnete, wunderte er sich, die Gefäße von den Schätzen nicht voll zu sehen;wußte aber doch niemanden schuld zu geben, da die Siegel (an der Thüre)unversehrt waren, und das Gemach verschlossen. Doch als er bei zwei- unddreimaligem Öffnen die Schätze immer vermindert sah (denn die Diebe hörtennicht auf zu plündern), da machte er's also. Er ließ Schlingen verfertigenund legte sie um die Gefäße her, worin die Schätze waren. Da nun dieDiebe kamen, wie zuvor, und einer hineinschlüpite und an ein Gefäß ging,wurde er sogleich in der Schlinge gefangen. Sowie er aber seine Not be-merkte, rief er sogleich seinem Bruder, gab ihm die Sache zu erkennen, undhieß denselben eiligst hereinschlüpfen, und ihm den Kopf abschneiden, damiter nicht, sähe man ihn und fände, wer er sei, denselben ebenfalls ins Ver-derben brächte. Dem schien das wohlgesprochen, und er befolgte es wirklich,paßte dann den Stein wieder in die Fuge und ging nach Hause mit demKopf seines Bruders. Wie es nun Tag ward und der König in das Gemachtrat, wurde er ganz betroffen durch den Anblick von dem Leibe des Diebs.