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Romanzero
Seite
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Nachwort zumNomanziro". Ig?

Deutschland die Ansicht auf, daß mau wählen müsse zwischender Religion und der Philosophie, zwischen dem geoffenbartenDogma des Glaubens und der letzten Konsequenz des Den-kens, zwischen dem absoluten Bibelgott und dem Atheismus.

Je entschiedener die Gemüter, desto leichter werden sie dasOpfer solcher Dilemmen. Was mich betrifft, so kann ich michin der Politik keines sonderlichen Fortschritts rühmen; ich ver-harrte bei denselben demokratischen Prinzipien, denen meinefrüheste Jugend huldigte und für die ich seitdem immer flam-mender erglühte. In der Theologie hingegen muß ich michdes Rückschreitens beschuldigen, indem ich, was ich bereitsoben gestanden, zu dem alten Aberglauben, zu einem persön-lichen Gotts, zurückkehrte. Das läßt sich nun einmal nicht ver-tuschen, wie es mancher aufgeklärte und wohlmeinendeFreundversuchte. Ausdrücklich widersprechen muß ich jedoch dein Ge-rüchte, als hatten mich meine Rückschritte bis zur Schwelleirgend einer Kirche oder gar in ihren Schoß geführt. Nein,meine religiösen Überzeugungen und Ansichten sind frei ge-blieben von jeder Kirchlichkeit; kein Glockenklang hat mich ver-lockt, keine Altarkerze hat mich geblendet. Ich habe mit keinerSymbolik gespielt und meiner Vernunft nicht ganz entsagt.Ich habe nichts abgeschworen, nicht einmal meine alten Heiden-götter, von denen ich mich zwar abgewendet, aber scheidend inLiebe und Freundschaft. Es war im Mai 1848, an dem Tage,wo ich zum letztenmale ausging, als ich Abschied nahm vonden holden Idolen, die ich angebetet in den Zeiten meinesGlücks. Nur mit Mühe schleppte ich mich bis zum Louvre,und ich brach fast zusammen, als ich in den erhabenen Saallrat, wo die hochgebenedeite Göttin der Schönheit, Unsere liebeFrau von Milo, auf ihrem Postamente steht. Zu ihren Füßenlag ich lange und ich weinte so heftig, daß sich dessen ein Steinerbarmen mußte. Auch schaute die Göttin mitleidig auf michherab, doch zv.fleich so trostlos als wollte sie sagen: siehst dudenn nicht, daß ich keine Arme Habs und also nicht helfenkann?

Ich breche hier ab, denn ich gerate in einen larmoyautcnTon, der vielleicht überhandnehmen kann, wenn ich bedenke,daß ich jetzt auch von dir, teurer Leser, Abschied nehmen soll.Eins gewisse Rührung beschleicht mich bei diesem Gedanken;denn ungern trenne ich mich von dir. Der Autor gewöhnt sich

K-m». Rimcmzcro. Ü*