110 Heine: Roinanzcro.
Gott sei Dank! die Sud verdampfetIn dem Kessel, der allmählichGanz verstummt. Es weicht mein Spleen,Mein westöstlich dunkler Spleen —
Auch mein Flügelrößlein wiehertWieder heiter, scheint den bösenNachtalp vvn sich abzuschütteln,
Und die klugen Augen fragen:
Reiten wir zurück nach SpanienZu dem kleinen Talmudisten,
Der ein großer Dichter worden,
Zu Jehuda ben Halevy?
Ja, er ward ein großer Dichter,Absoluter TraumweltsherrscherMit der Geisterkönigskrone,
Ein Poet von Gottes Gnade,
Der in heiligen Sirventen ßMadrigalen und Terzinen,
Kanzonetten und GhaselenAusgegossen alle Flammen
Seiner gottgeküßten Seele!
Wahrlich ebenbürtig warDieser Troubadour den bestenLautenschlägern der Provence,
Poitous und der Guienne,
Roussillons und aller andernSüßen PomeranzenlandeDer galanten Christenheit.
Der galanten ChristenheitSüße Pomeranzenlande!
Wie sie duften, glänzen, klingenIn dem Zwielicht der Erinnrung!
I Sirvontes (von sirvir, osrvirs), eine Art lhrischer Gedichte der Trouba-doure, ursprünglich im Tieuste Gottes, des Lehnsherrn oder der Dameverfaßt, spater mannigfalttgern Inhalts.