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Romanzero
Seite
108
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Heine: Romanzew,

Jener großen Offenbarung,

Die wir nennen Poesie.

Auch die Kunst der Poesie,

Heitres Wissen, holdes Können,Welches wir die Dichtkunst heißen,That sich auf dem Sinn des Knaben.

Und Jehuda ben HalevyWard nicht bloß ein Schriftgelehrter,Sondern auch der Dichtkunst Meister,Sondern auch ein großer Dichter.

Ja, er ward ein großer Dichter,Stern und Fackel seiner Zeit,

Seines Volkes Licht und Leuchte,Eine wunderbare, große

Feuerseule des Gesanges,

Die der SchmerzenskarawaneIsraels vorangezogenIn der Wüste des Exils.

Rem und wahrhaft, sonder MakelWar sein Lied, wie seine Seele —Als der Schöpfer sie erschaffen,

Diese Seele, selbstzufrieden

Küßte er die schöne Seele,

Und des Kusses holder NachklangBebt in jedem Lied des Dichters,Das geweiht durch diese Gnade.

Wie im Leben, so im DichtenIst das höchste Gut die Gnade —Wer sie hat, der kann nicht sünd'genNicht in Versen, noch in Prosa.

Solchen Dichter von der GnadeGottes nennen wir Genie:Unverantwortlicher KönigDes Gedankenreiches ist er.