Die Heinikehr.
Die Thräne quillt aus dem Augs,Das Wort aus dem Herzen quillt:
„Du Hochgebenedeite,
Du reine Gottesmagd,
Du Königin des Himmels,
Dir sei mein Leid geklagt!
„Ich wohnte mit meiner Mutter,Zu Köllen in der Stadt,
Der Stadt, die viele HundertKapellen und Kirchen hat.
„Und neben uns wohnte Gretchen,Doch die ist tot jetzund —
Marie, dir bring' ich ein Wachsherz,Heil du meine Herzenswund'.
„Heil du mein krankes Herze —Ich will auch spät und frühJnbrünstiglich beten und singen:Gelobt seist du, Marie!"
3.
Der kranke Sohn und die Mutter,Die schliefen im Kämmerlein;
Da kam die Mutter GottesGanz leise geschritten herein.
Sie beugte sich über den Kranken,Und legte ihre HandGanz leise auf sein Herze,
Und lächelte mild und schwand.
Die Mutter schaut alles im Traume,Und hat noch mehr geschaut;Sie erwachte aus dem Schlummer,Die Hunde bellten so laut.
Da lag dahingestrecketIhr Sohn, und der war tot;