Lyrisches Intermezzo. KZ
Du gäbest mir Trank und Speise,
Und hast mir Geld geborget,
Und hast mich mit Wäsche versorget.
Und mit dem Paß für die Reise.
Mein Liebchen! daß Gott dich behüteNoch lange, vor Hitz' und vor Kälte,
Und daß'er dir nimmer vergelteDie mir erwiesene Güte!
28.
Die Erde war so lange geizig,
Da kam der Mai, und sie ward spendabel,Und alles lacht und jauchzt und freut sich,Ich aber bin nicht zu lachen kapabel.
Die Blumen sprießen, die Glöcklein schallenDie Vögel sprechen wie in der Fabel;Mir aber will das Gespräch nicht gefallen,Ich finde alles miserabel.
Das Menschenvolk mich ennuyieret,
Sogar der Freund, der sonst passabel; —Das kömmt, weil man Madam titulieretMein süßes Liebchen, so süß und aimabel.
29.
Und als ich so lange, so lange gesäumt,In fremden Landen geschwärmt und geträumt;Da ward meiner Liebsten zu lang die Zeit.
Und sie nähete sich ein Hochzeitkleid,
Und hat mit zärtlichen Armen umschlungenAls Bräut'gam den dümmsten der dummen Jungen.
Mein Liebchen ist so schön und mild,
Noch schwebt mir vor ihr süßes Bild;Die Veilchenaugen, die Rosenwttnglein,
Die glühen und blühen, jahraus jahrein.
Daß ich von solchem Lieb könnt' weichen,
War der dümmste von meinen dummen Streichen.