Lyrisches Intermezzo, A
Und wüßten's die Nachtigallen,
Wie ich so traurig und krank,
Sie ließen fröhlich erschallenErquickenden Gesang.
Und wüßten sie niein Wehe,
Die goldnen Sternelein,
Sie kämen aus ihrer Höhe,
Und sprächen Trost mir ein.
Die alle könnend nicht wissen,
Nur Eine kennt meinen Schmerz:
Sic hat ja selbst zerrissen,
Zerrissen mir das Herz.
23.
Warum sind denn die Rosen so blaß,O sprich, mein Lieb, warum?
Warum sind denn im grünen GrasDie blauen Veilchen so stumm?
Warum singt denn mit so kläglichem LautDie Lerche in der Luft?
Warum steigt denn aus dem BalsamkrautHervor ein Leichenduft?
Warum scheint denn die Sonn' auf der An'So kalt und verdrießlich herab?
Warum ist denn die Erde so grauUnd öde wie ein Grab?
Warum bin ich selbst so krank und so trüb,Mein liebes Liebchen, sprich?
O sprich, mein herzallerliebstes Lieb,
Warum verließest du mich?
24.
Sie haben dir viel erzähletUnd haben viel geklagt;
Doch was meine Seele gequälet,Das haben sie nicht gesagt.