Druckschrift 
Das Ganze der Ananaszucht oder die verschiedenen Arten wie man Ananas gezogen hat und noch ziehet, von der ersten Einführung dieser Frucht in Europa bis zu den neuesten Verbesserungen in der Cultur derselben
Entstehung
Seite
130
Einzelbild herunterladen
 

150

gethan, und hinlänglich Wasser, Wärme, Licht undLust gegeben wird.

Allgemeine Behandlung. In dieser hatOldacre nichts Besonderes; er sorgt dafür, daß so-wohl in den Kästen als Gruben, welche Ananas-pflanzen enthalten, im Winter die Temperatur nichtunter 60° (12^° nach Reaumur) falle; fürchtetaber auch im Sommer eine Hitze von 90° oder100° (26° bis 30° nach R.) nicht. Nach demVerpflanzen, und gelegentlich auch wahrend heißerWitterung beschattet er die Folgepflanzen in denBeeten und Gruben, wohl wissend, daß der Man-gel an vielen und ausgebreiteten Wurzeln den Zu-fluß an Feuchtigkeit, welche zur Kräftigung derPflanzen so wesentlich nöthig ist, während des hel-len Sonnenscheins, wann die Verdampfung am stärk-sten ist, sehr verringern muß. Seine Fruchtpflan-zen hält er in großen, mehr breiten als tiefen Töp-fen, und versieht sie so reichlich mit Wasser, daßVerdampfung und Ausdünstung selbst im heißestenSonnenschein vor sich gehen, ohne den Pflanzen nach-theilig zu werden. Er begießt oft mit flüssigemDünger, gewöhnlich mit dem Abfluß von den Mist-stätten; erregt oft Dunst im Hause durch Begießender Fußwege und Heizkanäle, wenn der Dampfap-parat nicht im Gange ist; zuweilen begießt er diePflanzen über und über und unterhält zu allen Zei-ten eine gute Bodcnwärme.

Ferner mag noch bemerkt werden, daß er inden heißesten Tagen, vom Iunius bis zum Sep-tember, die Temperatur der Atmosphäre des Hau-ses den Tag über bis zu 100° (30° n. R.) an-steigen läßt, die Nacht hindurch aber eine hinläng-liche Zahl der Schiebfenster offen läßt, um dieWärme der innern Lust, der äußern beinahe gleich-