104
wclche die Wiedertaufe begonnen, nicht unbekannt ge-wesen sei; denn wir haben alle mit einander, die wirzu Zürich predigen, um der Taufe willen zwei Mal mitihnen die Schrift vernommen und ein Mal vor demganzen Rathe. Aber sie sind von uns allerwegen über-wunden hinweggegangen, und haben sich auf's Landgemacht, und haben daselbst unsere Erklärung der Taufenicht geoffcnbart; das können sie nicht leugnen. Wennsie nun anderswo gleicherweise gehandelt haben, unsereErklärung nicht gcoffcnbaret; so mag ein Jeder selbsterkennen, welchen guten Geist sie haben; denn sie redenleichthin von einem Jeden, der ihnen nicht gefällt: Erist gottlos, der Teufel redet aus ihm. Das heißt beiihnen die Wahrheit geredet! Und wenn du von ihnendie Wahrheit sprichst, so bist du von der Wahrheit ge-fallen, gottlos, ja der Teufel gar. Deswegen rede ichbei der Wahrheit, bei der ich am jüngsten Tage willerfunden werden, daß ich an den Urhebern der Wieder-tanfe nichts Anderes gesehen habe, als jwie die Aerztesagen) eine satnrnische s wahnsinnige), melancholischeRechthaberei und Verrücktheit, oder aber eine ungemes-sene Ehrsucht; und das Letztere nennen sie einen starkenGeist. Hier werden wir wieder Ungnade ernten. Ichlasse aber die ganze Gemeinde bei uns sammt einemehrsamen Rathe darüber urtheilen; die haben ihre Weise,ihre Geberden und Worte gesehen und gehört. Dochsind wir alle blind, wie Einer unter ihnen, ein großer,toller Phantast 9), ja so toll, daß er wahrlich vordemRathe das deutsche Testament nicht lesen konnte, under war doch etliche Jahre Pfaff, zu Myconius geschrie-