Druckschrift 
5 (1843) Die Taufe
Entstehung
Seite
94
Einzelbild herunterladen
 

94

hielten, vermcmrcn, daß die, welche von Seclirern ge-rauft worden, wiederum getauft werden sollten von den-jenigen, die nicht durch den Jrrthum der Ketzer ver-blendet wären. Hier merkst du gleich, daß sie die rechteBedeutung der Taufe nicht verstanden, und daß sie dem-nach vermeinten, die Reinigung, welche die Tanfe ver-leibt, werde, wenn ein Unreiner sie verrichte, von dem-selben befleckt. Die Anderen aber, welche die rechteBedeutung von der Taufe hatten, behaupteten, werrecht gerauft sei im Namen des Vaters, des Sohnesund des heiligen Geistes, den solle man nicht wiederraufen, sofern ihm nicht der Jrrthum des Ketzers, derihn getauft hätte, anhange; denn die Taufe hätte im-merhin ihre Bedeutung und Kraft, wenn sie in derWeift gegeben würde, wie sie Gott eingesetzt. Nunwill ich hier nicht eintreten über das Jrrthümliche, dasin ihrer Meinung über die Kraft der Wassertaufe war.Denn es ist früher sattsam dargethan, daß kein äußer-liches Ding die Seele zu reinigen vermöge; ich berück-sichtige hier allein die Wiedertaufe. So haben auchunsere Wiedertäufer einen Scheingrund aufgefunden,durch den sie beweisen wollen, daß sie wohl wiedergc-rauft werden können. Sie sprechen: Entweder sind wirvorher mit des Papstes Taufe getauft; oder wir wissennicht, ob wir gelauft worden oder nicht; und darumlassen wir uns wieder taufen, damit mir davon wissenund es sehen.

Ueber die erste Einwendung will ich nun also reden.Ich muß vorerst euch Gelehrten, die ihr zuerst dieWiedertaufe unter den Einfältigen angeschürt, durchaus