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einer Stadt jeder Bürger Bürgermeister sei» wollte.Es hilft auch nichts, daß sie hier einwerfen aus I.Petri II. 5, 9; „Wir sind alle Priester;" denn ichrede hier nicht von der Weihe, sondern vom Lehramte.Es ist wahr, wir sind Alle hinlänglich zu Priesterngeweiht, die im neuen Bunde Opfer bringen, denn dasbedeutet nichts Anderes, als daß Jeder sich selbst opfert,Rom. XII. 1. Aber wir sind doch nicht Alle Aposteloder Bischöfe, 1. Cor. XII. 29. Und wenn auch Ei-ner ein Bischof ist, so ziemt ihm doch nicht, sich in dieHeerde oder in das Bisthum eines Anderen hinein zudrängen, wie er will. Rom. XV. 2V spricht Paulus:„Ich habe mich sonderlich beflissen, das Evangelium zu„predigen, wo Christi Namen nicht bekannt war, auf„daß ich nicht auf einen fremden Grund baute." Soziemt es nicht, in die Heerde eines Andern sich hinein zudrängen. Ich rede hier immer nur von den Hirtenoder Evangelisten, die ihr Amt göttlich und auf gezie-mende Weise versehen, daß auch denselben nicht gezieme,ohne Erlaubniß einander in die Gemeinden zu laufenund sie gegen einander aufzuhetzen. Darum will ich umGottes und christlichen Friedens willen Alle ermahnthaben, die so unruhig sind zu predigen, sie wollen ernst-lich die Worte Jacobi betrachten, Jac. III. I, wo erspricht: „Liebe Brüder, unterwinde sich nicht Jeder-mann, Lehrer zu sein, und wisset, daß wir desto mehr„Urtheil empfangen werden." Siehe, der fromme hei-lige Apostel wehrt, daß wir nicht so leichtsinnig Lehrerwerden, indem wir uns unziemlich und ungerüstet dazuaufwerfen wollen. Nun gibt es aber Viele, welche ent-