Vom Predigtamte.
Ich will nicht weiter anzeigen, was mich bewogenbat, dieses Büchlein zn schreiben; es ist vorhin wohlverstanden, daß es darum geschieht, weil Etliche sofrevelhaft gewesen sind, daß sie ohne Begrüßung einesBischofes und der Kirchgemeinde in fremde Pfarrkirchenlaufen, läuten lassen, predigen was sie wollen, undwiedcrtaufen zum Uuheile und zum Aufrühre, uud so-dann sprechen, sie handeln ganz recht, sie seien vonGott gesandt: denn ich will durch die Thaten derselbenbeweisen, daß sie nicht von Gott gesandt sind, und daßman Solches in keiner Kirchgemeinde gestatten solle, eswerde denn mit Einhelligkeit der ganzen Kirchgemeindeerlaubt. Demnach werde ich, so Gott will, wenn dasBuch gleich den Titel „Predigtamt" trägt, auch dabeistetsfort vom Lehren anzeigen, wie es zu der ApostelZeit im Brauche gewesen sei.
Zu diesem Ende wollen wir zuerst vor uns uehmeudie Worte Pauli, Ephes. IV. Il — 14, da er alsospricht: „Und er (Christus) hat Etliche zu Aposteln„gesetzt, Etliche aber zu Propheten, Etliche zu Evan-gelisten, Etliche zu Hirten und Lehrern, daß sie dem