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4 (1843) Das Predigtamt
Entstehung
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Kirche einen Wächter oder Aufseher haben, damit diefreventlichen Böcke nicht durch des Wächters, sonderndnrch der Kirche Gewalt gemeistert werden. Denn,sollte daö Wächter-, d. i. Bischofs - oder Pfarramt,also verlassen und vor die Hürde geworfen sein, daßsich Jeder zu einem Bischöfe auswerfen könnte, wanner wollte, so würde in kurzer Zeit große Zwietrachtunter denen sein, die sich jetzt als Prediger darstellen.Denn gleich wie sie sich jetzt hervorthnn, und als Leh-rer oder Apostel angesehen sein wollen, also würdeübermorgen eine Rotte kommen, die wollte sich eben-falls deS Lehrens annehmen, gleich wie der jetzigeHaufe, und nach dieser eine andere; und so würdegroße Zwietracht entstehen, denn Jeder würde seineRotte an sich zu fesseln suchen; ja, bald würde es sosein:so viele Querköpfe, so viele Sekten und Unru-hen/' Ich rede hier allein von dem öffentlichen Lehrenin der Kirche. Wohl weiß ich dagegen, daß eS Jedemzukommt, mit einem Anderen von Gott zu reden, undsich mit ihm darüber zu unterhalten. Aber daß einJeder in einem Winkel anfangen dürfe, was er wolle,ohne Bewilligung und Bescheid der Gemeinde, die ihnund sein Vornehmen benrtheilcn soll; oder daß Jedersich zum Pfarrer auswerfe, der in einer gläubige» Ge-meinde s gläubig nenne ich nicht Alle, die sich für christ-gläubig ausgeben, sondern die dem Evangelio treulichglauben) frei predige nach eigenem Gutdünken, was erwolle, das behaupte ich, sei nicht allein Frechheit undBosheit, sondern geradezu antichristlich; denn nicht we-niger Jrrthum würde daraus entstehen, als wenn in