Druckschrift 
4 (1843) Das Predigtamt
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

A n merkunge n.

') Schon im Sommer 1522 hatte der Landrath im Toggen-burg auf Begehren der Landlcute den Predigern anbefohlen, nichtsals das Evangelium zu predigen, wozu sie Zwingli in einem Schrei-ben (Mtch. nach Margth) bestärkt hatte, und, ungeachtet der Klagenund Drohungen von Seite des Abtes und des Landes Schwpz, dieevangelischen Prediger geschützt. Aber als nun vier Gemeinden,Wattwhl, Hemberg, Stein und (wahrscheinlich) Kirchberg wirklichzu Abschaffung der Messe geschritten waren, ward der Landrathdurch die Drohungen von Schwhz und Glarus schüchtern gemacht.Er wies die Forderungen dieser Kantone an die vier Gemeinden selbstzum Entscheide. Diese beharrten einhellig bei ihrem Entschlüsse,und baten den Landrath, sie bei seinem im vorigen Jahre erlassenenMandat zu beschützen, und dieser bestätigte dasselbe neuerdings.iSchlr. und Schlthß.)

2) Die Wiedertäufer, deren Anführer von Zürich vertriebe»waren und in St- Gallen und Appenzell großen Anhang gewonnen,drohten nun auch, in das Toggenburg einzudringen (siehe unten >.Die Wiedertaufe war ihr Losungswort; übrigens ging ihr Strebenauf den gänzlichen Sturz der bestehenden Ordnung los. Obrig-keit und Predigtamt soll abgeschafft und die Gemeinschaftder Güter erklärt und gehandhabt werden.

Die Häupter der Wiedertäufer, die von Zürich aus ihrWesen begonnen, sind - Conrad Grebel, Felix Manz, Simon Stumpfzu Höngg, Roubli zu Wiedikon, Bröllein zu Zollikon.

Nach Art der Sektirer wandten sich diese Schwärmer andiejenigen, welche religiöses Interesse verriethen, und suchten diesedurch Halbwahrheiten, in welche sie die Jrrthümer zu verbergensich bestrebten, für ihre Sache zu gewinnen.