ren: „Wo der Philosoph aufhört, da beginnt der Theo-loge." Ohne Zweifel verstehen sie darunter Folgendes:Wenn einer in der menschlichen Lehre wohl berichtet sei,so könne er auch desto besser das Göttliche beurtheilen;gleich als ob unser Licht die göttliche Klarheit zu über-scheinen oder zu erleuchten vermöchte. Christus aberspricht: „Ich nehme keine Klarheit von den MenschensJoh. 5. 4t, 42), aber ich kenne euch, daß ihr nichtdie Liebe Gottes in euch habet." Denn hätten sie dieLiebe Gottes in sich, so würden sie auch allein an seinWort glauben; denn er ist das Licht, das jeden Men-schen erleuchtet, der in diese Welt kommt; aber diePhilosophie ist nicht ein solches Licht. Beweis: Wel-cher Philosoph hat die Jünger Jesu gelehrt? Gott hatsie als die Thörichten und Einfältigen dieser Welt sicherwählet, daß sie seine Lehre der Welt verkündigen,damit er, wie Paulus 1. Cor. 1. 2V redet, die Weisendieser Welt zu Schanden mache. So werden noch heutzu Tage die weltlich oder menschlich Weisen von denen,welche die Lehre von Gott mit inniger Begierde undherzlichem Glauben erlangt haben, zu Schanden ge-macht und überwunden. So sehen wir, daß die Ein-falt der Jünger von Gott belehrt worden ist, ohneZweifel uns zum Vorbilde, damit wir, wie sie, dieKunst der Lehre Gottes bei ihm allein suchen. DieMeinung Gottes kann nirgends besser als bei ihm ausseinem Worte vernommen werden. Ja, ich darf sagen,daß sie, die sich selbst, d. i. den Menschen, die Macht-vollkommenheit zuschreiben, die Schrift zu beurtheilenund die durch ihren Anschlag und Vorgeben das Vcr-
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